Triathlon 2011: Schwimmen wird überbewertet [12.11.2011]

 

Wer genießt einen Triathlon am meisten? Der Nichtschwimmer! Präziser: der Radsport treibende Nichtschwimmer. Der "First-out-of-water" kämpft auf dem Rad nur gegen sich selbst und den Wind und wird spätestens beim Laufen, wenn die Kräfte schwinden, eingesammelt. Nicht gut für den Kopf! Der Nichtschwimmer hingegen kriecht, so er das feindliche Element knapp überlebt, aus dem schon leeren Becken mühsam an Land wie einst der erste Lungenfisch, um dann aber aufzublühen wie die Magnolie im Mai. Wenn erst einmal die nassen Füße in den Radschuhen stecken geht es mit grazilem Sprung auf den Aeroboliden (alias Winterrad mit Auflieger), und der Spaß beginnt. Nicht das einsam graue Asphaltband der Straße liegt vor ihm, sondern Psycho-Futter soweit das Auge reicht: aufgereiht wie auf einer Perlenschnur stehen sie quasi im Wind, die Wasserratten, und treten dicke Gänge. Herrlich, mit Souplesse an ihnen vorbeizufliegen, gut für den Kopf! Und dann bloß beim Laufen nicht mehr allzu viele Plätze verlieren...

 

Auch gut für den Kopf: Von all denen, die schwimmen UND radfahren (UND vielleicht sogar auch noch laufen) können, sieht der Nichtschwimmers beim Triathlon zum Glück nichts). Einer dieser Alleskönner ist unser Benjamin Paul, der am vergangenen Sonntag die Riege der TUSPO-Radsportler beim 4. Göttinger Volkstriathlon anführte. Mit knapp 1:03 Stunden und einem Schnitt von über 38 km/h bei Böen, die teilweise die 6 erreichten, kam er auf den 13. Gesamtrang und Platz 4 in seiner Altersklasse. Tolle Leistung! Aber dennoch 6 Minuten langsamer als der überragende Sieger Hendrik Becker, der bisher noch jeden der Göttinger Triathlon souverän für sich entscheiden konnte. Zwei Minuten länger als Benjamin brauchte Ingo Litzbarski, der damit auf den 22. Gesamtrang und Platz 4 seiner Altersklasse kam. Derek Homeier, Peter Schneider und Dieter Fuhrmann, die in dieser Reihenfolge ankamen, erreichten die Plätze 13, 7 und 11 ihrer jeweiligen Altersklasse. Einzige Frau der TUSPO-Radsportabteilung am Start war Esther Mann, die insgesamt als 19. Frau ins Ziel und damit auf Platz 3 ihrer Altersklasse kam. Eine ganz besondere Erwähnung wert sind die Leistungen unsere jüngsten und unseres ältesten Teilnehmers: Henning Müller, erster bei den Senioren 7, hat auf dem Rad eine Zeit vorgelegt, die man in der Gesamtwertung erst 50 Plätze vor ihm wieder findet. Sogar von den 100 Startern vor ihm in der Gesamtwertung haben nur 10 eine bessere Radzeit geschafft. Chapeau! Einen Klassensieg hat auch unsere Jüngste eingefahren: Hannah Buch gewann beim Kindertriathlon die Klasse der Schülerinnen C. Bei den Schülern B kam Alexander Reese auf Platz 2.

 

Triathlon sollte man einmal ausprobiert haben. Auch als Nichtschwimmer und gerade als Radsportler. Im Wasser überleben reicht erst mal völlig (dem Autor hat ein Kurs bei Judith von Personal Sports das "Water Survival" wesentlich erleichtert). Dann im nassen Leibchen aufs Rad ist zwar nicht jedermanns Sache – aber, hey, sind wir weich? Und gerade der Göttinger Triathlon ist nicht nur unmittelbar vor der Haustüre, sondern auch bestens organisiert und mit allem Komfort. Also der perfekte Einstieg in ein ganz anderes Sporterlebnis. Vielleicht knacken wir ja im nächsten Jahr die Grenze von 10 Tuspos am Start, oder gar das Dutzend, oder ...