Rennberichte 2011
Holger Faupel unter den Besten 20 im BDR [07.02.2012]
2011 war für Holger Faupel vom Tuspo Weende sportlich ein äußerst erfolgreiches Jahr. Bei der größten deutschen Jedermannserie, dem German Cycling Cup, fuhr er bei allen Rennen in der Spitzengruppe mit.
In den Gesamtwertungen der zehn gewerteten Rennen war Holger Faupel stets unter den ersten 70 zu finden. Zu diesen Wertungen gehört auch die Göttinger Tour d‘Energie. Hier erreichte Holger Faupel
Platz 44 und Platz 7 in der Alterklassen-Wertung. Das beste Ergebnis gelang jedoch in Nürnberg über 100 Kilometer mit Platz 23 im Gesamtklassement und Platz 8 in der AK-Wertung. In seiner
Altersklasse war Holger Faupel fast immer unter den ersten 20 Finishern zu finden.
Zum Saisonfinale am 03. Oktober in Münster bestand noch die Möglichkeit, bei normalem Rennverlauf unter die ersten drei in der Gesamtwertung seiner AK-Klasse zu kommen. Leider wurde Holger Faupel allerdings in den Massensturz am Ende des 140-Kilometer-Rennens verwickelt und musste mit zweifachem Bänderriss in der linken Schulter und gebrochenem Rahmen das Rad die letzten 100 Meter über die Ziellinie tragen.
In der Jahreswertung des GCC erreichte Holger Faupel somit Platz 24 von rund 10.000 Startern. In der AK-Jahreswertung reichte es noch zu Platz 6 unter etwa 4000 Startern.
Besonder stolz ist Holger Faupel auf seine Jahresplatzierung in der Rad-net-Jedermannwertung, in die alle Jedermannrennen im BDR-Bereich eingehen: Mit Platz 14 gelang ihm hier ein noch besseres Ergebnis als im GCC. In die BDR-Wertung flossen auch die Etappenfahrt von Malchin, die Velotour Berlin, die Velochallenge Hannover und das Einzelzeitfahren im Rahmen der Thüringenrundfahrt der Frauen ein.
Die Gesamtwertung gibt es [hier...] zu begutachten, wobei auffällt, dass direkt
hinter Holger der Bovender Jörg-Ulrich Weide liegt. Logisch: Göttinger müssen in dem riesigen Teilnehmerfeld eben zusammenhalten...
Yannick Sinske hält Wort und wird A-Fahrer [19.09.2011]
Ab sofort A-Fahrer: Yannick Sinkse (hier beim Göttinger Altstadtrennen. Foto: Kati)
„Ich werde versuchen, noch ein bisschen in Richtung A-Klasse anzugreifen“ – mit diesen Worten blickte Yannick Sinske nach seinem Aufstieg in die B-Klasse dem Rest der Saison entgegen. Dieser „Angriff in Richtung A-Klasse“, der ist ihm nun in unnachahmlicher Weise gelungen. Und zwar – wie sollte es bei Yannick auch anders sein – im wahrsten Sinne des Wortes: Bei der europäischen Radsportwoche in Uelzen glückte ihm dank seiner angriffslustigen Fahrweise zuerst mit einem Begleiter die Flucht aus dem Hauptfeld. Kurz vor Rennende setzte der 23-Jährige dann eine neuerliche Attacke, um im Ziel über Sieg und Aufstieg zu jubeln.
Anfangs wurde bei dem 60 Kilometer langen Rennen über 60 Runden aber noch viel gelauert, weil niemand so richtig mit offenem Visier fahren wollte. Die Folge war ein unrhythmisches Renngeschehen. „Hin und wieder habe ich mal eine Attacke initiiert oder gekontert – aber eher, um das Feld aus der Lauerstellung zu bekommen“, verrät Yannick.
Eine dieser „Pseudo-Attacken“ war dann schließlich auch erfolgreich: Nach der Hälfte des Rennens konnte sich Yannick mit dem zweiten Tusporaner, Björn Hansmann, sowie drei weiteren Fahrern für einige Kilometer vom Feld absetzen. „Die Gruppe war allerdings zu heterogen Ich musste mich schon sehr zügeln, um beim Beschleunigen aus den Kurven die Gruppe nicht zu sprengen“, blickt Yannick auf das Renngeschehen zurück. Entsprechend „unrund“ sei die Gruppe auch gelaufen. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das Quintett wieder gestellt wurde.
„Zehn Kilometer vor dem Ende habe ich dann mal meine Karten auf den Tisch gelegt und einen Prämiensprint genutzt, um mich vom Feld zu lösen“, sagt Yannick. Lediglich Tim Peter, der sich – in der Hoffnung, die Prämie zu ersprinten – einige Meter vor dem Feld befand, konnte Yannicks Hinterrad halten. Schnell setzten sie sich vom Hauptfeld ab, gelangen außer Sichtweite und harmonierten hervorragend. „Wir haben die Führungen gerecht und gleichmäßig verteilt“, unterstreicht Yannick.
Das Finale sollte schließlich ganz und gar dem Tusporaner gehören: Nachdem drei Kilometer vor dem Schlussspurt deutlich wurde, dass das Duo nicht mehr eingeholt werden würde, legte Yannick
seine Strategie fest: „Ich glaube, ich hätte es auf einen Sprint ankommen lassen können, da ich trotz der vielen Führungsarbeit noch gut bei Kräften war“, verrät der 23-Jährige. Jedoch habe
er sich so gut gefühlt, dass er sich dazu entschied, „den Yannick“ zu machen. Soll heißen: Er setzte erneut eine Attacke! 800-900 Meter vor dem Ziel zog der Tusporaner das Tempo enorm an und
schaffte es, davon zu fahren. Obwohl Yannick sofort ein ausreichendes Loch hatte, zog er bis zur Ziellinie durch, weil sich sein Begleiter nicht geschlagen geben wollte. Rennsieg. A-Fahrer.
Freudentaumel.
Wer glaubt, dass Yannick das Einzelzeitfahren am Folgetag nach seinem fulminanten Sieg zum Schaulaufen nutzte, der irrt gewaltig: „Mit dem Sieg in der Tasche hatte ich dann natürlich die
beste Ausgangsposition, um die Gesamtwertung zu gewinnen“, lässt Yannick seine Motivation sprechen. „Also hieß es, im 26 Kilometer langen Zeitfahren noch einmal Vollgas zu geben!“
Im strömenden Regen fuhr der Tusporaner, der durch seine Teilnahme am Dransfelder Zeitfahren am vorherigen Wochenende perfekt vorbereitet war, auf rang vier.
Das sollte für den Sieg im Gesamtklassement ausreichen: Yannick entschied die Wertung mit 24 Punkten (15 punkte für seinen Sieg, 9 Punkte für den vierten Rang im Zeitfahren) vor seinem Wegbegleiter des Vortages, Tim Peter (20 Punkte), für sich.
„Unterm Strich war es ein durchweg gelungenen Rennwochenende“, bilanzierte Yannick. Und das schien sogar noch ein wenig untertrieben: Schließlich hat der Tusporaner seinen zweiten Saisonsieg eingefahren, den Sprung in die A-Klasse geschafft, und auch die Gesamtwertung für sich entschieden. Dennoch, eine Sache gibt es da doch, die ihn in Anbetracht seines ambitionierten Charakters zumindest ein klitzekleines bisschen gewurmt haben dürfte. „Leider fuhr ich beim Zeitfahren knapp am Treppchen vorbei“, betonte der 23-Jährige. Doch nachweinen, da dürfen wir uns sicher sein, wird der frisch gebackene A-Fahrer diesem Umstand wohl kaum.
Ebenfalls in starker Verfassung präsentierte sich Björn, der im Rundstreckenrennen auf Rang 13 und im Einzelzeitfahren auf Rang sechs fuhr.
Schachtebecks trumpfen in Hildesheim auf [19.09.2011]
Mit einem zweiten und einem fünften Rang sind Michel und Nils Schachtebeck vom Rennen „Hildesheimer Wald“ zurückgekehrt. Dabei wirkt aber auch der fünfte Platz von Nils, dessen Rennen ein Bundessichtungsrennen gewesen ist, in Anbetracht des riesigen Starterfeldes von 125 Fahrern fast wie eine Podiumsplatzierung.
Tuspos U17-Youngster musste eine Strecke von 81 Kilometern mit insgesamt 1160 Höhenmeter bewältigen. Gleich nach dem Start setzte sich eine Gruppe ab, welche jedoch nach einigen Runden vom Feld wieder eingefangen wurde. In der Folge gab es immer wieder weitere Ausreißversuche – erfolgreich war jener, der eingangs der Schlussrunde von vier Fahrern initiiert wurde. Etwa drei Kilometer vor dem Ziel entschloss sich auch Nils dazu, Vollgas zu geben. Tatsächlich konnte er sich mit zwei weiteren Fahrern vom Feld lösen. Weil seine Weggefährten dem hohen Tempo, das Nils anschlug, nicht folgen konnten, fuhr der Tusporaner souverän als Fünfter über die Ziellinie.
Das anspruchsvolle Streckenprofil sowie die starke Konkurrenz (Durchschnittsgeschwindigkeit: 41 km/h!) trugen Sorge dafür, dass nur 41 der gestarteten 125 Fahrer das Ziel erreichten. Der Rest schied nach Aufgabe oder Überrundung aus.
In der Rennklasse U15 hat Michel den zweiten Platz für sich beanspruchen können.
Er konnte sich gleich in der ersten Runde vier weiteren Fahrern absetzen. Nachdem
sich von diesem Feld Leo Appelt, Seriensieger vom BG Langenhagen, lösen konnte, belauerten sich die anderen vier Fahrer Ausreißversuche folgten, doch sie wurden allesamt vereitelt. So musste der Schlussspurt entscheiden – und der verlief aus Tuspo-Sicht überaus erfolgreich: Michel konnte sich durchsetzen und fuhr vor Dorian Lübbers Rang zwei ein.
Ein Erfolg, der dadurch aufgewertet wird, da das Rennen aufgrund des nachfolgenden Sichtungsrennens mit einem extrem stark besetztem Feld stattfand.
Im übrigen wurde Michel zugleich für den Schülercup geehrt. Er schaffte es insgesamt auf Rang drei – und das, obwohl er einige Schülercup-Rennen nicht fahren konnte. Ein tolles Ergebnis.
Totgesagte leben länger – Frieder wird Sechster [13.09.2011]
Schneller als die Handy-Kamera erlaubt: Frieder Uflacker auf dem Weg in seine letzte Runde!
Es gibt Rennen, die schnell beginnen. Die Mehrheit aller Rennen endet mit einem schnellen Finale. Und es gibt auch Rennen – ich weiß das seit gestern Nachmittag aus eigener Erfahrung – die beginnen schnell, und sie enden schnell. Und dreimal darf man raten, wie sie sich dazwischen verhalten! Dabei war der Schnitt gar nicht mal allzu hoch: 42 Stundenkilometer standen für den Sieger Marten Klöpping nach 80 Rennkilometern auf dem Tacho. Doch in Anbetracht des Unwetters, vier Neunzig-Grad-Kurven und einem Pickel auf dem 1-Kilometer-Rundkurs in Wuppertal ist dieser Schnitt nicht zu unterschätzen.
Mit 50 Fahrern und zwei Tusporanern ging es an die Startlinie in einem Stadtteil, den man als Bronx von Wuppertal bezeichnen könnte. Der Regen hatte jegliche Gedanken ans Warmfahren ungenießbar gemacht, zudem wäre es am heutigen Tage ohnehin wohl eher zu einem „Kaltfahren“ geworden. Frieder Uflacker (oder, wie er – weiß der Kuckuck warum – in den Ergebnislisten bei Rad-Net bezeichnet wurde: Friedel Macker!) und ich fanden uns schnell ganz hinten in der Perlenkette aus KT/A/B-Fahrern wieder. Dabei wurden wir Zeuge, wie immer mehr Fahrer ausstiegen. Als das Tempo nach meinem subjektiven Dafürhalten eigentlich schon hoch genug war, setzten sich sechs Ausreißer ab – klar, dass danach auch im Hauptfeld noch einmal ordentlich auf die Tempotube gedrückt wurde. „Komm, weiter geht´s“ – tönte Frieder, der selbst enorm zu kämpfen hatte, als ich wieder einmal kurz davor war, mich aus dem Hauptfeld nach hinten zu verabschieden.
Als klar war, dass dem Sextett, in dem sich im übrigen auch der Sieger von Göttingen, Roman Kuntschik, befand, ein Rundengewinn gelingen würde, wurde das Tempo im Hauptfeld zwar gedrosselt. Wirklich regenerieren konnte ich jedoch nie. Noch immer hing ich am Hauptfeld wie die Blechdosen an einem Hochzeitsauto. Und genau so fühlte ich mich auch. Völlig abhängig von der Fahrweise der Vordermänner. Völlig machtlos, etwas anderes zu tun, als meiner einzigen Aufgabe des Tages zu frönen: Lücken schließen und verhindern, dass die Lücken unschließbar werden. Doch allzu lange sollte ich dieser Berufung nicht mehr nachgehen können...
Den Ausreißern gelang nach 37 Runden die Überrundung – der Startschuss für neuerliche Attacken, und zugleich der Todesschuss für meine Beine. Während ich mir meine „Niederlage“ nach 42 Runden eingestand, meine Startnummer abpulte und über einen ebenfalls abgehängten Fahrer staunte, der allein im Wind seine weiteren Runden drehte, sollte es Frieder zunehmend immer besser ergehen: Totgesagte – entweder sterben sie, oder aber es geht ihnen immer besser...
Zuerst schaffte Frieder es im dezimierten Feld immer weiter nach vorn. Dann holte er sich eine Sprintprämie, fand sich kurz danach gar in einer achtköpfigen Spitzengruppe wieder, als sich das mittlerweile auf zwanzig Fahrer geschrumpfte Feld teilte. Zwar wurde er mitsamt seiner sieben Begleiter wieder gestellt, aber dennoch sollte das Finale Frieder gehören: Um den sechs Fahrern mit Rundenvorsprung einen Schlussspurt ohne Störfaktoren zu gönnen, wurde der Sprint um den siebten Platz um drei Runden vorverlegt. Zwei Runden vor seinem Zielspurt sah Frieder seine Chance: Er setzte am kurzen Anstieg eine Tempoverschärfung und fuhr in perfekter „Einzelzeitfahr-Manier“ (womöglich hat er am Samstag in Dransfeld ganz genau hingeschaut...) zu Ende. Enorm begünstigt habe ihn laut eigener Analyse der Umstand, dass alle anderen Fahrer schon den ersehnten Massensprint (sofern man bei den wenigen Teilnehmern von „Massen“ sprechen kann...) vor Augen hatten. Dass der 34-jährige Tusporaner am Ende nicht auf Rang sieben landete, sondern sogar Sechster wurde, ist nur damit zu erklären, dass einer der Fahrer mit Rundengewinn ausgeschieden sein muss – auch bitter!
Die Quintessenz ist neben der Überschrift „Totgesagte leben länger“ vielleicht ein kleine Überlegung, die dahin geht, welche Messinstrumente es gibt, um zu ersehen, wie hart ein Rennen wirklich war. Die Durchschnittsgeschwindigkeit, gewiss. Der Puls, ohne Zweifel. Die getretene Wattleistung, beileibe ja. Aber vor allem gibt doch die Anzahl der Fahrer, die es ins Ziel schaffen, Auskunft: In Wuppertal, und das macht meine Niederlage um einiges erträglicher, weil es doch zeigt, dass nicht nur ich sehr zu beißen hatte, da waren es nicht mehr als 15...
Von Timo
Björn Neunter bei anspruchsvollem Rennen [31.08.2011]
Von links nach rechts: Markus, Marius & Björn in Herbram
Steilrampen, Seitenwind, Sonnenschein, Schlussspurts – die Anforderungen, die das 72 Kilometer lange Herbramer Radrennen an seine Teilnehmer stellte, waren ebenso hoch wie vielseitig. „So macht Radsport Spaß“, resümierte Björn Hansmann, der im Rennen der C-Klasse trotz starker Konkurrenz einen beachtlichen neunten Rang herausfuhr. Aus seiner Sicht gab es drei Szenen, die das Rennen so köstlich gemacht haben:
Vorspeise: In der zweiten Runde bin ich einfach mal mitgegangen als ein
Trio sich auf den Weg machte. Es hat zwar noch nicht gereicht, um das Feld
abzuhängen, hat aber die Teilnehmer von 100 auf etwa 30 schrumpfen lassen.
Während Markus, Tuspos zweiter Fahrer, gut mithielt, wurde Marius trotz guter Form leider abgehängt, weil er sich zu weit hinten befand.
Hauptgang: In Runde drei wollte ich nicht schon wieder so viel investieren, als sich eine Gruppe von drei Fahrern löste. Allerdings ließ die Besetzung der Gruppe darauf
schließen, dass die Jungs es packen könnten. Dem war dann auch so. Schade!
In der fünften Runde machten sich dann noch mal vier Fahrer auf den Weg. Leider war ich da gerade eingebaut. Was tun? Warten.
In der sechsten Runde schlief das Tempo vollends ein. Ein Fahrer geht, ein zweiter geht, ich hinterher, alles fällt auseinander. Es bildet sich eine Vierergruppe, ich
bin dabei und wir drücken ordentlich auf die Pedale. Ein perfekter Kreisel auf der Windkante lässt unseren Vorsprung wachsen. Zwei Fahrer verfolgen uns, das Feld
müht sich und zerfällt zeitweise in kleine Gruppen.
Dessert: Ein Kilometer vor dem Ziel sind acht Fahrer vor mir, die beiden Verfolger schließen vor der letzten Abfahrt auf. Einer der beiden sieht sehr nach „Sprinter“
aus. Ich suche den Windschatten und bleibe an zweiter Position. Der „Sprinter“ tritt schon 400 Meter vor dem Ziel an. Ich ans Hinterrad, die anderen sind abgehängt.
Durch die beiden letzten Kurven lasse ich ihn führen - er hat mich nicht bemerkt. Ein Gang dicker, volle Konzentration und 150 Meter Vollgas. Eine Radlänge
Vorsprung am Zielstrich! Platz neun und jede Menge Spaß...
Björns Fazit? „Auch bei Sonnenschein ist der Kurs nicht wirklich leicht, der Seitenwind war deutlich zu spüren und hat das Rennen zusätzlich zu den beiden Anstiegen gewürzt“, kommentiert er. Der neunte Platz sei für ihn persönlich viel mehr wert als Rang fünf in Seeheim eine Woche zuvor, „weil alles gefordert war: lange Anstiege, Gruppenfahren, Windkante, kurze Anstiege und ein Sprint“.
Von Björn und Timo
Julian schafft am Lieblingsdatum Klassenerhalt [29.08.2011]
Zweiter in Bremen und auch 2012 A-Fahrer: Julian Sinske
Der 28. August dürfte ab sofort das Lieblingsdatum von Tuspo-Fahrer Julian Sinske sein. Nein, Geburtstag hat der 27-Jährige an diesem Tag nicht. Grund zur Freude bietet der 28. August aber deshalb, weil Julian bei Rennen, die an diesem Datum ausgetragen werden, offenbar den zweiten Platz gepachtet hat: Nachdem er am 28. August 2010 Zweiter beim Rennen in Hannover-Döhren geworden war und damit den Grundstein zum Klassenerhalt gelegt hatte, wurde er gestern, am 28. August 2011, in Bremen ebenfalls Zweiter – und sicherte sich damit den Verbleib in der A-Klasse.
Dabei entwickelte sich die Bremen-Challenge über 60 Kilometer für Julian zu einem Heimrennen: Zum einen, weil Bekannte ihn anfeuerten, zum anderen, weil er seit 20 Jahren großer Fan von Werder Bremen ist und schon unzählige male im Weserstadion war. „Bremen ist für mich immer ein besonderes Pflaster“, verdeutlicht Julian.
Mit der lautstarken Unterstützung von Freundin, Tante, Onkel und Cousine im Rücken, begab sich der Tusporaner auf den 1,5 Kilometer langen Rundkurs, der insgesamt 40 mal durchfahren werden musste. „Bereits vor dem Start war es recht stürmisch – typisches Bremen-Wetter. Ein paar Sekunden nach dem Start fing es dann sogar heftig an zu regnen – auch typisches Bremen-Wetter“, erzählt Julian.
Direkt nach dem Startschuss gingen sogleich die ersten Attacken, und bereits in der zweiten Runde bildete sich eine vierköpfige Spitzengruppe. Das Positive aus Tusposicht: Julian war mit dabei! Das Führungsquartett wuchs auf den folgenden drei Kilometern auf zehn Fahrer an. Währenddessen wurde der Vorsprung auf das Hauptfeld immer größer. „Nach und nach haben wir dann die einzelnen Gruppen des Restfeldes überrundet“, blickt Julian auf das Renngeschehen zurück.
Nachdem die Strecke wieder abgetrocknet war, konnte sich etwa 15 Kilometer vor Schluss Christoph Haxsen vom Team Bremen allein vom Feld lösen. Er sollte schließlich auch mit einigen
Sekunden Vorsprung das Rennen gewinnen. In der neunköpfigen Verfolgergruppe wurden derweil die Vorbereitungen für den Schlussspurt getroffen. Nachdem neuerlicher Regen einsetze und die
überrundeten Fahrer aus dem Rennen genommen wurden, zeigte Julian die besten Beine: Mit einigen Metern Vorsprung gewann er den Schlussspurt der restlichen neun Spitzenfahrern und sicherte sich so
die dritte Top-Ten-Platzierung des Jahres.
„Somit ist der Klassenerhalt geschafft“, freute sich Julian, der dem Göttinger Altstadtrennen am kommenden Wochenende mit einer Mischung aus Spannung und Vorfreude entgegenblickt: „Ich hoffe, dass wir bei unserem Heimrennen eine gute Teamleistung abliefern“, sagt der Tusporaner, der definitiv auch in der Saison 2012 in der A-Klasse starten wird.
Trotz des Klassenerhalts: Einen negativen Aspekt bringt die kommende Saison für Julian mit sich: Der 28. August 2012 fällt auf einen Dienstag. Folglich könnte es schwierig werden, die Serie von zweiten Plätzen weiter auszubauen...
B-Fahrer nach Kaltstart: Auch Timo steigt auf [17.08.2011]
Knapp am Podium vorbei, aber ab sofort B-Fahrer: Timo Holloway (2. v. r.) Foto: WAZ/Gohl
Nennen wir uns ab sofort Tus-B-o? Schließlich hat mit Timo am vergangenen Sonntag der vierte Tusporaner den Aufstieg in die B-Klasse geschafft. Beim Kia-Rü-Cup in Essen schaffte es der 22-Jährige auf Rang vier und fuhr damit seine fünfte Platzierung des Jahres ein. Damit folgt er Yannick, Erik und André in die zweithöchste deutsche Amateurklasse. Bemerkenswert ist Timos Platzierung in Essen vor allem deshalb, weil er das Rennen mit einem absoluten Kaltstart und aus der allerletzten Reihe begann.
14.15 Uhr Startschuss - so hatte es in der Ausschreibung gestanden. Doch vor Ort las ich in dem liebevoll gedruckten Rennheft plötzlich etwas von 14.40 Uhr. Doch, kein Problem: Es gibt ja ein Organisationskomittee, an das ich mich sofort wandte, um die Unklarheit zu beseitigen. Um 14.40 Uhr würde es losgehen, wurde mir bescheinigt - also alles klar.
Um 14.13 schwinge ich mich nichtsahnend auf mein Rad, das mich auf meiner viereinhalbstündigen Zugfahrt in den Ruhrpott begleitet hat, um mich aufzuärmen. Wie aus heiterem Himmel, der am heutigen Tag genau genommen alles andere als heiter war, folgt der Schock: "Und in zwei Minuten fällt der Startschuss zum ersten Hauptrennen des Tages", tönt es aus den riesigen Lautsprechern an der Rennstrecke. Ein Blick zum Startbereich der 2,1 Kilometer langen Rundstrecke bestätigt meine Befürchtung: Tatsächlich scheint es so, als wenn der Start des C-Rennens um 14.15 Uhr fallen soll. Rasch hebe ich mein Rad über die Absperrung, fahre an die Startlinie, und fühle mich ziemlich unwohl, als ich einen Konkurrenten frage: "Sorry, ist das hier das Rennen der C-Klasse?" "Jawoll", antwortet er freundlich - und denkt sich innerlich wohl bestimmt etwas wie: "Was für ein lächerlicher Amateur!".
Trotz 130 Anmeldungen stehen nur etwa 70 Fahrer am Start. Das dürfte zum einen am miesen Wetter gelegen haben. Zum anderen aber gewiss auch an der ambivalenten Startzeit. Zunächst geht das Rennen für mich so weiter, wie es begonnen hatte: Zwar kämpfe ich mich durch einen Kraftakt an die Spitze des Feldes, doch, nach zehn Runden vorn angekommen, verliere ich meine Trinkflasche.
Ich überlege, was wohl noch alles schief gehen könnte - und finde rasch eine Antwort: Vielleicht werde genau ich es sein, der in der nächsten Runde über seine eigene Flasche fährt und dadurch zu Fall kommt...
Doch nichts dergleichen passiert - tatsächlich läuft es in der Folge immer runder: Ich mische gut vorne mit und bin dreimal in einer Ausreißergruppe vertreten, die sich jeweils an einem der beiden Hügel gebildet hatte. Tükisch ist an der nassen Strecke vor allem ein Zebrastreifen, der sich mitten in einer 90-Grad-Kurve befindet.
Drei Runden vor Schluss setzen sich schließlich zwei Fahrer vom Hauptfeld ab. Lange überlege ich, nachzusetzen - doch ich bevorzuge die sichere Variante eines Hauptfeldsprints. Weiterhin halte ich mich vorn, wo enorm auf die Tempotube gedrückt wird. Auf Position 10 liegend gehe ich in die letze Runde. "Man, könnte genau hier nicht der Zielstrich sein?", frage ich mich. Mit Vollgas wird der letzte Hügel vor der Zielgeraden in Angriff genommen. Dennoch gelingt es mir mit einem berzten Spurt, einige Plätze gutzumachen. Auf Rang vier geht es auf meine vorerst letzte Zielgerade als C-Fahrer - und zumindest unter den ersten vier Plätzen tut sich trotz einer knappen Sprintentscheidung nichts mehr.
Während ich mich über meinen vierten Platz fast so sehr freue wie Alpecin-Fahrer Dennis Biendarra über seinen Sieg, nehme ich meine erste Runde als B-Fahrer in Angriff. Später finde ich auch noch meine Flasche. Und während ich nun so darüber nachdenke, wie viel Glück ich hatte, den Start nicht vollends verpasst zu haben, frage ich mich, warum man sich vor einem Radrennen überhaupt warm fahren sollte?
Im Übrigen lehren uns die Auftstiege von Yannick (der nach einem Sturz zum Sieg fuhr), Erik (der sich in einem Sturzchaos bei der Rundenanzahl vertat, aber es dennoch als Sieger ins Ziel schaffte) und Timo (der wegen seines Kaltstarts einen Hauch von Missgunst gegenüber dem Orga-Team entwickelte) zumindest eines: Mit Wut im Bauch fährt es sich offenbar am besten!
Von Timo
Nils Schachebeck ist neuer Landesmeister! [16.08.2011]
Neuer Landesmeister Berg der U17: Nils Schachtebeck (hier beim Göttinger Altstadtrennen 2010)
Tuspos Nachwuchsfahrer Nils Schachtebeck kommt offenbar immer besser in Fahrt. Bei den „LV-Meisterschaften Berg“ am vergangenen Wochenende durfte der Youngster gleich dreifach jubeln: Zum einen über den Landesmeistertitel. Zum anderen über seinen dritten Saisonsieg. Und zu guter letzt deshalb, weil er sich durch seinen Sieg zugleich den Berg-Meistertitel des Bezirks Braunschweig gesichert hat.
Der Wettergott schien weder daran interessiert, dass eigentlich Hochsommer ist. Noch daran, dass eine Vielzahl an Radsportlern verschiedenster Alters- und Leistungsklassen nach Osnabrück fuhr, um die Titel im Bergfahren unter sich aus zu machen. So setzte pünktlich zum Start des U17-Rennens Platzregen ein, der im Verlauf des 22 Kilometer langen und 600 Höhenmeter schweren Rennens kaum aufhörte.
Bei der allerersten Abfahrt agierte Nils aufgrund der Nässe noch sehr vorsichtig. So kam er als Letzter unten in der Kurve an – doch im Berg, der für die Fahrer Maximalsteigungen von bis zu 11 Prozent bereithielt, zeigte er seine Klasse und arbeitete sich flugs nach vorn.
In der Folge lief es für den Tusporaner immer besser: So dominierte Nils die vorausfahrende fünfköpfige Ausreißergruppe, bevor er in der letzten Runde den Berg gar allein hochsprinten konnte. Trotz der widrigen Wetterverhältnisse schaffte es Nils nach 40:43 Minuten über die Ziellinie. Im vergangenen Jahr hatten die Schnellsten für den Kurs 41:17 Minuten gebraucht – bei echtem Sommerwetter, wohlgemerkt.
Unterdessen ging Michel Schachtebeck bei der 19. Internationalen Kids-Tour in Berlin an den Start. An dem dreitägigen Etappen-Event nahmen insgesamt 250 junge Rennfahrer und –Fahrerinnen aus sechs Nationen teil, davon allein 160 in der Rennklasse U15.
Für die Nachwuchsportler hielt die Tour einige Highlights bereit: Nach dem Einzelzeitfahren zum Auftakt folgte ein Straßenrennen Rund um die Pfaueninsel, bevor die Tour mit einem Rundstreckenrennen auf dem Kurfürstendamm abgeschlossen wurde. In der Teamwertung belegte Michel mit der Mannschaft „LV Niedersachsen I/BG Langenhagen“ den ersten Platz.
Fünf Zentimeter & ein „unmenschliches Tempo“ [15.08.2011]
Was sind schon fünf Zentimeter? Fünf Zentimeter, das ist die Länge eines Bremsklotzes. Es ist die Länge vieler Tachos. Fünf Zentimeter, so breit ist auch die Keo-Pedale von Look. Nicht mehr als diese geringe Distanz haben Tuspos B-Fahrer André Hildmann am vergangenen Sonntag in Edermünde von den Top-Ten getrennt. „So wenige Zentimeter an einer Platzierung vorbei zu fahren, ist ziemlich ärgerlich“, bilanzierte André, „aber es war aus meiner Sicht dennoch ein wirklich gutes – aber auch extrem hartes – Rennen.“
Bei der Edermünder Runde, einem extrem bergigen Rennen mit mehr als 1000 Höhenmetern, untermauerte der firsch gebackene B-Fahrer sogleich seine starke Form. Neben ihm stellten sich noch drei weitere Tusporaner an die Startlinie des B/C-Rennens über 62 Kilometer.
Schon direkt nach dem Start wird auf den Geraden ein hohes Tempo angeschlagen. Nur in den vielen Kurven agieren die Fahrer aufgrund der Nässe noch etwas verhalten. Doch das hatte auch seine Schattenseiten: „Die Antritte nach den Kurven waren dafür umso härter“, verdeutlichte André.
Schon nach einem Drittel des Rennens sucht Tuspos zweiter B-Fahrer, Yannick Sinske, die Flucht nach vorn. Tatsächlich gelingt es ihm mit einem weiteren Fahrer, ein Spitzenduo zu bilden. Im Hauptfeld wird derweil aufgrund zunehmender Trockenheit das Tempo immer gleichmäßiger.
Nachdem Yannick seiner angriffslustigen Fahrweise Tribut zollen muss, schlägt fortan die Stunde von André und Björn Hansmann. Die beiden halten sich im hinteren Drittel des Feldes auf, das immer kleiner wird. Vorne wird das Rennen von einer Ausreißergruppe diktiert, die sich einen Vorsprung von etwa 30 Sekunden erarbeiten kann. Allerdings schläft das Hauptfeld nicht, und acht Runden vor Schluss werden die Ausreißer gestellt. Doch wer immer dachte, dass es ruhiger werden würde, der hatte weit gefehlt: Sofort geht eine Attacke nach der anderen. „Von da an wurde das Tempo dann echt unmenschlich“, wusste André zu berichten.
Während das ohnehin schon kleine Fahrerfeld weiter dezimiert wird, können sich vier Fahrer absetzen. „In der letzten Runde wurde dann noch mal richtig scharf gefahren“, so André. Die Folge: Im langgezogenen Anstieg zerreißt das Feld endgültig in kleine Grüppchen. André mobilisiert all seine Kräfte und schafft es gerade so mit sechs weiteren Fahrern in die Abfahrt zum Ziel – hat dann aber großes Pech: „In der 90°-Linkskurve nach der Abfahrt versteuerte sich der Fahrer vor mir und ich musste bremsen“, erklärte der 24-Jährige. Somit muss er an letzter Position in den Sprint gehen. Zwar kommt er noch an zwei Fahrer heran – doch letztlich fehlen ihm besagte fünf Zentimeter.
Wenige Sekunden später kommt nach einem insgesamt sehr starken Auftritt auch Björn ins Ziel – er wird 16.
Im Rennen für PT/PKT/PT/A-Fahrer ging Frieder Uflacker an den Start und fuhr einen 13. Rang heraus. Es siegte der Deutsche Meister von 2006, Dirk Müller. Müller wurde auch – und das macht in Anbetracht des Edermünder Höhenprofils auch durchaus seinen Sinn – in diesem Jahr Deutscher Bergmeister.
André Hildmann steigt dank Tuspo-Teamwork auf [10.08.2011]
Was für eine Saison für Tuspos Lizenzfahrer: Nachdem Yannick Sinske und Erik Breuer bereits den Aufstieg in die B-Klasse geschafft haben, ist nun auch Tuspo-Neuling André Hildmann der Sprung in die zweithöchste Amateurklasse geglückt.
„Mist, im nächsten Jahr kann ich nicht bei der Tour d´Energie starten“ – das waren Andrés erste Gedanken nach Bekanntgabe der Ergebnisse. Schließlich darf er als frisch gebackener B-Fahrer an dem Jedermannrennen nicht mehr teilnehmen, bekommt folglich keine Chance dazu, seinen 13. Platz aus dem Vorjahr zu verbessern. Doch diese Enttäuschung wich schnell seiner Freude – schließlich hatte André eine Bravourleistung erbracht: Gleich in seinem Debütjahr als C-Fahrer packt er den Aufstieg!
Sowohl André als auch Timo fuhren am vergangenen Sonntag mit vier Platzierungen im Gepäck zum Kriterium nach Hanau. Letztlich reichte André ein einziger Kriteriumspunkt, um in die Top-Ten zu fahren. „Vor dem Rennen war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass es nicht für eine Platzierung reicht. Ich war ja immer noch etwas erkältet und die Strecke liegt mir eigentlich auch nicht unbedingt“, kommentiert André den flachen 700-Meter-Rundkurs.
Schon direkt nach dem Start wagte ein Fahrer die Flucht nach vorn. Nach der ersten Wertungsabnahme auf dem Rundkurs, der insgesamt 90-mal zu durchfahren war, folgte eine Attacke der nächsten. Es wurde unübersichtlich, zwei Fahrer schlossen zu dem Führenden auf, und auch die beiden Tusporaner André und Timo rissen aus – erfolgreich! Im Duett spulten sie Runde um Runde ab, schafften es aber nicht, zum Führungstrio aufzuschließen. Dennoch war es ein bemerkenswertes Bild, wie die Blau-Weißen auf Rang vier und fünf liegend im Duo um die Kurven heizten.
Bei der zweiten Wertungsabnahme blieb für die Tusporaner ein Punkt übrig, den Timo seinem Vereinskameraden überließ. Es war ein Punkt, der in der Endabrechnung Gold wert sein sollte. Zum einen, weil das Führungstrio es gemeinsam bis ins Ziel schaffte und daher fast alle Wertungspunkte holte. Zum anderen, weil immer mehr Fahrer aus dem Rennen ausschieden.
Kurz danach wurde der Ausreißversuch der beiden Tusporaner jedoch beendet: Zuerst André und zwei Runden später auch Timo wurden vom dezimierten Hauptfeld geschluckt, in dem auch Marius eine gute Figur machte. Von da an galt es, wieder zu Kräften zu kommen. André suchte man in der Folge an der Spitze des Feldes so vergeblich wie einen französischen Tour-de-France-Gesamtsieger in den letzten Jahren oder einen Carbonrenner für unter für 500 Euro.
Dennoch steigerte sich André enorm: Letztlich wurde der 24-Jährige, der – wieder erstarkt – im Schlussspurt nach 63 Rennkilometern auf Rang sechs fuhr, mit Platz neun belohnt. Mit seiner Saison kann er folglich schon jetzt hochzufrieden sein. „Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass ich die erste Saison dazu nutzen muss, um überhaupt erst mal im Amateurfeld Fuß zu fassen“, sagt André, der in den vorigen Saisons vor allem Jedermannrennen bestritt – und oft als Erster ins Ziel kam!
Für die nächste Saison hat der frisch gebackene B-Fahrer schon jetzt klare Ziele formuliert: „Es steht der Klassenerhalt und eine gutes Ergebnis bei der LVM im Vordergrund“, erklärt er. In den noch anstehenden Rennen wolle er vornehmlich „das Team unterstützen“. Das könnte schon am kommenden Wochenende gelingen: Dort startet André bei der Edermünder Runde. „Wir stehen dort ja mit einigen guten Fahrern am Start“, blickt André dem bergigen Rennen mit Spannung entgegen.
Tuspo ist um einen B-Fahrer reicher. Mit etwas mehr Glück – oder besseren Beinen – wäre für die Blau-Weißen sogar der Doppel-Aufstieg drin gewesen. Doch nichtsdestotrotz hat der erste Satz dieses Berichts noch immer Bestand: Was für eine Saison für Tuspos Lizenzfahrer!
Sieg und Rang drei: Nils Schachtebeck überzeugt [09.08.2011]
Zwei Radrennen an einem Wochenende sind für die meisten Rennfahrer etwas Außergewöhnliches. Und zwei Top-Ten-Platzierungen an einem Wochenende fallen für fast alle Pedaleure in die Kategorie „Wunschdenken“. Doch wie steht es dann erst um zwei Podiumsplätze innerhalb von zwei Tagen? Und was, wenn eine davon sogar noch ein Sieg ist?
Tuspos U17-Fahrer Nils Schachtebeck wird diese Frage beantworten können: Schließlich holte er am Sonntag seinen zweiten Saisonsieg, nachdem er bereits am Tag zuvor in Osterweddingen auf Rang drei gerast war.
Bei der 15. Austragung von „Rund in Osterweddingen“ sorgte Nils erst in der allerletzten Runde für die Entscheidung. Zwei Fahrer hatten sich vom Feld deutlich abgesetzt, und Nils sicherte sich durch den Sieg im Hauptfeldsprint Rang drei der abschließenden Kriteriumswertung – und wurde dadurch auch mit dem dritten Gesamtplatz belohnt.
Sogar noch besser lief es für den Tuspo-Youngster am Sonntag in Steinhude. Nach der Hälfte des schnell gefahrenen Rennens setzte sich ein Konkurrent ab. Doch mit einem etwaigen Zielsprint um Rang zwei wollte sich Nils nicht zufrieden geben. So sorgte er dafür, dass die Lücke zum Ausreißer wieder geschlossen wurde. Nach dreißig Rennkilometern setzte Nils schließlich zum Schlussspurt an – und zwar so früh und kraftvoll, das die Konkurrenz nicht mehr folgen konnte. So durfte sich Nils beim Überfahren des Zielstrichs über seinen zweiten Saisonsieg freuen.
Wer in den Ergebnislisten die Resultate von Michel Schachtebeck sucht, der in den vergangenen Monaten ebenfalls vollends überzeugte, der wird lange suchen: Michel ist auf Mallorca im Trainingslager, geht aber am kommenden Wochenende bei der Kids-Tour in Berlin an den Start. Ende August stehen dann für die beiden Schachtebeck-Brüder die Deutschen Meisterschaften im Vierer-Mannschaftstzeitfahren auf dem Programm – es geht nach Gentheim in Sachsen-Anhalt.
Doppelte Platzierung für Tuspos U23-Fahrer [02.08.2011]
Belohnte sein starkes Rennen mit Rang zehn: Marius Apenberg in Wuppertal (Foto:www.ralefo.de)
Am Ende wurden aus 28 Runden 32. Am Ende wurden aus 150 Startern 50 Finisher. Und am Ende, nach fast 2000 Höhenmetern, hatte sich das Laktat in den Oberschenkeln um einen großen Faktor vervielfacht. Doch die Anstrengungen der C-Lizenzfahrer beim Uni-Radrennen in Wuppertal hatten sich gelohnt: Am Ende sprang nicht nur für Timo (5.) eine Topten-Platzierung heraus, sondern auch für Marius, der nach einem starken Rennen auf der anspruchsvollen 2,3-Kilometer-Runde mit Rang zehn belohnt wurde.
Großen Grund zur Freude hatte auch Tuspos dritter U23-Fahrer, Lorenz Fiege, der sein allererstes C-Rennen bestritt und erst exakt vier Runden (genau die Anzahl, die zu viel gefahren wurde - ob er sich mental wohl so stark auf die 28 Runden eingestellt hat?) reißen lassen musste. Über die Tatsache, dass er sich zwischenzeitlich sogar fast an der Spitze des Feldes befand, war er offenbar selbst am meisten verblüfft...
Von Beginn an zeigte sich der Tuspo-Zug, der durch Björn und Andre komplettiert wurde, ganz vorne. Das Quintett hielt insbesondere an der 10-Prozent-Steigung das Tempo hoch und hatte damit Anteil daran, dass das Feld sich immer wieder enorm in die Länge zog. Dennoch: Gegenwind auf dem Flachstück nach der Kuppe, ein aufmerksames Hauptfeld und eine schnelle Abfahrt von 70 Stundenkilometern sorgten dafür, dass sich keine Gruppe entscheidend absetzen konnte.
Zwei Rückschläge erlitt die Tuspo-Fraktion nach der Hälfte des Rennens: Während Björn Glück im Unglück hatte, als ihm kurz vor der Abfahrt nach einer kleinen Kollision eine Speiche brach, bekam Andre, der anfangs zweimal in Ausreißergrüppchen vertreten war, zunehmend zu spüren, dass er körperlich angeschlagen war. So musste er schweren Herzens auf weitere Ausreißversuche verzichten.
Dynamisch wurde das Rennen drei Runden vor Schluss, als sich an der Steigung ein Fahrer absetzte, woraufhin zwei weitere Fahrer eine Verfolgung organisierten. Als es die Steigung zum allerletzten Mal hinaufging, setzte Timo eine Attacke und schloss zuerst zu dem Duo auf und auf der Abfahrt schließlich zum Führenden. Doch das Hauptfeld saß ihm im Nacken. Die Entscheidung, sich an die Spitze des Rennens zu setzen und einfach bis zum Ende so gut es geht durchzuziehen, war möglicherweise nicht die beste - aber immerhin reichte sie für Rang fünf. Auf der endlos wirkenden Zielgeraden (oder eher: dem Zielanstieg!) hatte er nämlich einen „Rückwärtstrend“: Nach und nach wurde er von den Fahrern in seinem Windschatten überholt.
Genau umgekehrt – schnell am Ende – machte es „die Cobra“ Marius, der im Schlussspurt auf Rang zehn kam und damit seine starke Trainingsform in eine Platzierung umwandelte.
Warum das Rennen – wie der Tacho bestätigte – letztlich vier Runden länger war als ausgeschrieben, wird ebenso ein Geheimnis bleiben wie die Tatsache, dass ein Rennen auf einem solch selektiven Rundkurs letztlich im Massensprint entschieden wurde...
Übrigens: Beileid und Hochachtung verspürte das Tuspo-Quintett gegenüber den Fahrern des KT/A/B-Rennens, für die (zumindest laut Ausschreibung...) sogar 45 Runden auf dem anspruchsvollen Kurs anstanden.
Schachtebecks stehen Schlecks in nichts nach [26.07.2011]
Auf dem Weg zum Sieg: Michel auf seiner letzten Runde
Andy und Frank Schleck hatten großen Anteil daran, dass die diesjährige Tour de France zu einer der besten Profi-Rundfahrten der vergangenen Jahre avancierte. Zwar wurden die beiden Luxemburger zu Beginn der Frankreichrundfahrt kritisiert, doch insbesondere Andys Triumphfahrt auf den Galibier ließ die Kritiker verstummen. Letztlich schafften die beiden es am Sonntag als erstes Bruderpaar auf das Podium in Paris. Tuspos Jugendfahrer Nils und Michel Schachtebeck stehen den Schlecks jedoch in nichts nach: Beim Rennnen Rund um den Elm in Braunschweig siegte Michel souverän, sein Bruder Nils wurde nach einer hauchdünnen Sprintentscheidung Zweiter.
Michel war seiner Konkurrenz im Rennen der U15 von Beginn an überlegen und konnte sich von seinen Mitstreitern im Zuge eines Prämiensprints deutlich absetzen. Danach fuhr er als Solist weiter und durfte im Ziel gemeinsam mit den Zuschauern jubeln.
Einen bedeutend schwereren Stand hatte Nils, der im Rennen der U17 an den Start ging. Dem Tusporaner standen gleich vier Fahrer vom ausrichtenden RSV Braunschweig gegenüber. Zwar sicherte sich Nils konsequent jeden Prämiensprints. Im Schlussspurt nach 40 Kilometern hatte jedoch Marten Flöter vom HRC Hannover ganz knapp die Nase vorn.
Und eines hatten Nils Schachtebeck und Andy Schleck am vorgestrigen Sonntag gemein, als sie auf der zwithöchsten Stufe des Podiums standen: Zwar hatten sie beide eine starke Leistung gezeigt. Doch zugleich wussten sie, dass ihnen – ob nun in Braunschweig oder in Paris – nicht viel gefehlt hatte zur höchsten Stufe des Podiums.
Eine Bildergalerie gibt es [hier...], ein Video von Michels Zieleinfahrt [hier...]
Inside Tuspo: Der etwas andere Rennbericht... [25.07.2011]
Timo im Prinzenpark (Foto: www.radsport-photos.de)
Wieder einmal sehr fleißig waren Tuspos Lizenzfahrer am vergangenen Wochenende. Gleich zwei Rennen binnen 20 Stunden, in Witten und im Braunschweiger Prinzenpark, hat Tuspos C-Fahrer Timo absolviert. Zwar blieb für die Blau-Weißen der große Coup aus. Dennoch erzählt Timo in einem besonderen Rennbericht von Sturzszenarien, Stress und seinem spürbaren Schlafdefizit und gibt einen tiefen Einblick, wie ein Radsportwochenende unter Doppelbelastung aussehen kann – was keineswegs bedeutet, dass es genau so auch optimalerweise aussehen sollte...
Samstag:
14.30 Uhr: Verwunderung: Der vom Tuspo „gepachtete“ Parkplatz am Jahnstadion ist wegen einer Kirmes komplett abgesperrt. Achterbahnfahren und Zuckerwatte statt Radrennen? Auf keinen Fall: Für Björn, Timo und Yannick geht es zum B/C-Rennen im Nordrhein-Westfälischen Witten.
17.15 Uhr: Vor der Startnummernausgabe bildet sich die längste Schlange, die ich je gesehen habe. Beim Sprint zurück zum Auto haben Yannick und ich großes Mitleid mit all jenen, die noch immer am hintersten Ende der Schlange auf ihre Startnummer warten.
17.35 Uhr: Pünktlich zum Warmfahren – wie sollte es auch anders sein – setzt Regen ein!
18.05 Uhr: Startschuss des Rennens, das auf einer 1,8 Kilometer langen Runde stattfindet, die mit einem ordentlichen Hügel vor der Zielgerade gespickt ist.
18.45 Uhr: Jawoll: Yannick und Björn reißen gemeinsam mit zehn weiteren Fahrer eine Lücke zum Hauptfeld. Die Ernüchterung folgt jedoch prompt: Die Fluchtgruppe wird eingeholt, weil ein Bus sich auf die Strecke begeben hatte – was soll denn das bitte?
19.00 Uhr: Uns Tusporanern geht es immer besser: Immer wieder zeigen wir Göttinger uns vorn, kontern Attacken, machen Druck.
19.10 Uhr: Ich hebe ab: In einer uneinsichtigen 90-Grad-Kurve, die ich ganz außen durchfahre, geschieht Unerwartetes: Ein Rennrad (und weit und breit kein Sturzopfer...) liegt mitten auf der Rennstrecke! Während ich geradewegs auf das Oberrohr zusteuere und Björn neben mir das bekannte „S-Wort“ ruft, durchlebe ich innerlich bereits Sturzszenarien. Doch, o Wunder: Obwohl ich direkt über das gesamte Rad brettere, passiert unglaublicherweise nichts! Während ich mich tierisch darüber freue, dass ich weder zu Fall gekommen bin, noch einen Platten habe, setzt das Sturzopfer selbst vom Streckenrand aus diesem Mysterium die Krone auf: „Ey, man, was soll das?!?!“, schnauzt er mich an. Und ich denke mir: Das kann der unmöglich ernst meinen!
19.28 Uhr: Sieben Runden vor Schluss drückt Yannick unnachahmlich auf die Tempotube. Das Ergebnis: Das Hauptfeld mutiert zu einer Perlenkette aus Radfahrern, überall klaffen kleine Lücken.
19.30 Uhr: Ich spanne mich vor Yannick und ziehe den Hügel hoch. Danach wechseln wir uns mit der Führungsarbeit ab. Es bildet sich ein Zehnergruppe mit etwas Vorsprung, doch niemand anders will die Führung übernehmen. So ein Mist!
19.45 Uhr: Zielsprint um den zweiten Platz: Yannick führt den Sprintzug an, wird jedoch knapp vorm Ziel von der Meute überholt und landet ungefähr auf Platz 15. Ich auch sowas um den Dreh.
20.12 Uhr: Warten auf die Sprintprämie.
20.15 Uhr: Warten auf die Sprintprämie
20.22 Uhr: Zehn Euro Sprintprämie. Toll. Naja: Das entspricht bei der Wartezeit von 10 Minuten immerhin einem 60-Euro-Stundenlohn. Als Student kann man sich Schlimmeres vorstellen...
20.23 Uhr: Deja Vu: Als ich zurück zum Auto radele, habe ich großes Mitleid mit all denjenigen, die ganz hinten in der Schlange auf ihre Prämien warten...
20.25 Uhr: Ich reiße die schmuddeligen Radklamotten vom Leib. Tuspo tritt – ein wenig enttäuscht – die Heimreise an.
21.02 Uhr: Während über das Rennen, die Tour de France und Placebo-Effekte gefachsimpelt wird, kommt eine Mischung aus Mitleid und Schadenfreude auf: In Braunschweig beginnt genau jetzt das Nachtrennen Rund um das Rathaus. Wie auch der spätere Sieger, Marcel Kalz, gehen sicherlich viele Teilnehmer, die morgen im Prinzenpark starten wollen, auch jetzt an den Start – und sind daher noch ärmer dran als Yannick und ich, die auch in Braunschweig starten wollen.
23.25 Uhr: Ankunft zu Hause. Duschen. Radkleidung in die Waschmaschine stopfen. Zugverbindung für morgen checken.
23.55 Uhr: Vorbereitung des Mitternachtsmenüs: 700 Gramm Ravioli mit Hackfleischsoße – aus der Dose, woher denn auch sonst? Für Yannicks Geheimtipp, Nudeln und Tomatensoße mit Cashew-Kernen, bleibt mir keine Zeit. Und, um diese Uhrzeit, auch wenig Lust. Mein kreativer Nachtisch: Banane.
00.05 Uhr: Während die Ravioli in meinen Mund gleiten, frage ich mich, warum ich eigentlich keinen Mechaniker und Koch angeheuert habe... Die Antwort gebe ich mir schon im nächsten Atemzug selbst: Mir fehlt die Leistungsklasse. Oder das Geld. Oder beides...
00.45 Uhr: Falling asleep
02.24 Uhr: Mit Magengegrummel aufwachen – und Überlegungen anstellen, ob es nicht doch ein paar Ravioli zu viel gewesen sind. Hätte ich mal auf Yannicks Geheimrezept gehört...
Sonntag, 06.30 Uhr: Der Wecker meines Handys klingelt. Ein Hoch auf die Entwickler der „Schlummer-Funktion“!
06.45 Uhr: Wäsche über die Heizung legen und hoffen, dass sie rechtzeitig trocknet (selbst ist der Mann!). Rad alibimäßig vom Regendreck befreien. Frühstücken und Brote schmieren. Insindertipp: Nutella macht schnella, Mortadella auch – also alles, was auf „a“ endet. Und Sachen wie Honig – die klappen sowieso nich! Danke für diesen Tipp, Herr werter Teamkollege! ;)
8.16 Uhr: Zugabfahrt, zweimal umsteigen stehen bevor! In Braunschweig wollen vom Tuspo neben Yannick und mir auch Frieder und Julian an den Start gehen.
9.50 Uhr: Ankunft in Braunschweig. Freude kommt auf, als ich auf den Stadtplänen sehe, dass die Rennstrecke im Prinzenpark nur zwei Kilometer vom Bahnhof entfernt ist! Strike!!
10.10 Uhr: „Und hier ist der Führende, Michel Schachtebeck vom Tuspo Weende“, hallt es von der Rennstrecke. Ein Tusporaner auf dem Weg zum Sieg - könnte ein Empfang schöner sein?
10.20 Uhr: Der Schock: Das Rennen der KT/A/B/C-Klassen ist 100 Kilometer lang – dabei wirkten die „50 Runden durch den Prinzenpark“ doch so unscheinbar.
11.15 Uhr: Ich ziehe mich um und bete, dass meine Tasche, die ich bei den freundlichen Damen am Massagezelt abgebe, nicht entwendet wird.
11.40 Uhr: Lockeres Aus- und Warmfahren mit gefühlten 25 Stundenkilometern.
11.58 Uhr: Ich beziehe Startauftstellung – und wundere mich, dass Julian, Yannick und Frieder nicht am Start sind. Haben sie mich alle veräppelt und ins offene Messer laufen lassen?
Später stellt sich heraus, dass dafür ein Stau verantwortlich war. Oh man...
12.00 Uhr: Wie immer ein schneller Start des 130-Mann-Fahrerfeldes. Wobei: „Mann“ darf ich gar nicht schreiben: Sogar eine Frau war dabei!
13.00 Uhr: Es gehen immer mehr Attacken, das Hauptfeld zieht sich enorm in die Länge. Etwa 20 Fahrer können sich absetzen – ein Segen für meine Beine: Im Hauptfeld wird das Tempo nämlich von nun an etwas langsamer und – vor allen Dingen – rhythmischer. Als nach 70 Kilometern deutlich wird, dass die Führungsgruppe nicht mehr einzuholen ist, sinkt der Ehrgeiz des Hauptfeldes, Tempo zu machen. Vom Rennsprecher werden wir fortan jede einzelne Runde (!!) als „Restfeld“ angekündigt...
14.05 Uhr: Überrundung durch den Solosieger, Arne Hassink, der sich aus der Führungsgruppe absetzen konnte.
14.10 Uhr: Zielankunft – ohne Schlussspurt meinerseits, versteht sich.
14.15 Uhr: Ich überprüfe die Abreisezeiten der Züge. Nächste Verbindung: 14:20 Uhr. Die zwei Kilometer zum Bahnhof in 5 Minuten hinter mich bringen? Jetzt? Durch den Stadtverkehr? Oder auf eine Verspätung der Deutschen Bahn spekulieren? Ähhmm...besser nicht! Ich entscheide mich für den Zug eine Stunde später.
14.25 Uhr: Das Handy wird eingeschaltet. Es folgt ein Piepton, dann die Nachricht: „Sie haben eine Kurzmitteilung erhalten.“
Ein Kumpel fragt, ob ich Lust hätte, mitzukommen ins Freizeit Inn, Squash spielen.
Squashen? Jetzt? In meiner Verfassung? Puhhh. Dankend lehne ich ab...
Von Timo
Durchnässt, aber zufrieden: A-Fahrer überzeugen [18.07.2011]
Julian Sinske fuhr in Pattensen auf Rang neun. (Foto:www.radsport-photos.de)
Scheint es nicht paradox? Nach dem Schlussspurt eines Radrennens setzt urplötzlich ein harter Regenschauer ein – und während die langsamen Fahrer vom Regen verschont bleiben, werden die Schnellsten völlig durchnässt.
Wie so etwas möglich ist, erlebten Frieder Uflacker und Julian Sinske beim Großen Preis der Stadt Pattensen. Der Grund für dieses scheinbare Paradoxon war allerdings mehr als erfreulich: Weil die beiden A-Fahrer in die Top-Ten fuhren, qualifizierten sie sich für ein Derny-Rennen, das im Rennanschluss ausgetragen – und vom Regen überflutet – wurde. Über die Tatsache, dass sie komplett durchnässt wurden, konnten sie aufgrund ihres erfolgreichen Auftritts aber natürlich leicht hinwegsehen.
Mit Frieder, Julian Andy, Andre, Björn, Yannick und Timo stellten sich gleich sieben Tusporaner an die Startlinie des 65 Kilometer langen A/B/C-Rundstreckenrennens. Das Rennen begann schnell, und wurde kaum langsamer, so dass letztlich trotz einiger scharfer Kurven ein Durchschnitt von 45 Stundenkilometern erreicht wurde. Da sich keine Gruppe wirklich absetzen konnte, brachte erst der Schlussspurt die Entscheidung. Und die war aus Tusposicht mehr als erfreulich: Frieder wurde Zweiter und Julian schaffte es mit Rang neun ebenfalls in die Top Ten. Umso beachtenswerter ist Julians Platzierung (die zweite der laufenden Saison) weil er sich wegen einer Erkältung unter der Woche erst spät dazu entschied, überhaupt an den Start zu gehen.
„Weil ich nicht wusste, wie fit ich nach der Erkältung bin, habe ich mich im Rennen erst einmal zurückgehalten“, erklärt Julian, dessen Hoffnung, dass keine Gruppe gehen würde, erfüllt wurde. Dennoch löste das hohe Grundtempo bei ihm Zweifel aus: „Am Anfang habe ich mir schon gedacht: Vielleicht wäre ich mal doch besser zu Hause im Bett geblieben!“ Doch mit zunehmender Renndauer habe er gemerkt, dass es „den meisten anderen wohl auch nicht viel besser ging als mir“.
Die hohe Geschwindigkeit sowie die Antritte nach den Kurven bekamen auch die übrigen Tusporaner zu spüren, wobei sich Andre wirklich gut im Feld bewegte und Yannick nach der Hälfte des Rennens sogar das Hauptfeld anführte und Angriffe konterte – woraufhin er vom Rennsprecher auch prompt ein anerkenndes Lob erntete.
In der Folge kam auch Julian immer besser ins Rennen, konnte im letzten Drittel die ein oder andere Attacke mitgehen und sich in den letzten fünf Runden gemeinsam mit Frieder vorne halten. Zwar fiel er drei Runden vor Schluss nach einer eigenen Attacke noch einmal in die Mitte des Hauptfeldes zurück. „Doch zum Glück habe ich dann in der letzten Runde noch sehr gute Beine gehabt und auch die Lücken gefunden, um wieder nach vorne zu fahren“, verriet der 27-Jährige, dessen Zielsprint mit Rang neun belohnt wurde.
Für Frieder, der durch den zweiten Rang seine bestechende Form untermauerte, sowie für Julian, der noch eine Platzierung zum Klassenerhalt benötigt, waren die Anstrengungen jedoch noch nicht vorüber: Acht der zehn erstplatzierten Fahrer des Eliterennens spannten sich hinter Dernys und absolvierten bei kurzzeitig heftigem Regen ein halbstündiges Rennen, das Frieder nach einem knappen Schlussspurt wiederum auf Rang zwei abschloss. „Die Dernyfahrt war eine schöne Sache“, bilanzierte Julian, bevor er mit einem Augenzwinkern anfügte: „Aber ohne strömenden Regen und auf unserer eigenen Radrennbahn macht es noch mehr spaß.“
Überzeugt hat in Pattensen im Übrigen auch der Tuspo-Nachwuchs: Während Michel Schachtebeck in der Rennklasse U15 Zweiter wurde, kam Nils im Rennen der U17 auf Rang vier.
Endlich: Frieder Uflacker rast zum Sieg [11.07.2011]
Manchmal waren es Zentimeter, die ihm zum Sieg gefehlt haben. Bei manchen Kriterien waren es nur ein paar lausige Pünktchen. Und unvergessen bleibt auch das „Kuriosum von Altenburg 2010“, als ihm 56 Kriteriumspunkten nicht zum Sieg reichten. Wie dem auch sei: Am vergangenen Samstag hat endlich alles gepasst, und Frieder Uflacker raste bei der Radnacht von Barsinghausen nach 63 Kilometern als Erster über die Ziellinie. Der Tusporaner ließ damit nicht nur 70 Konkurrenten hinter sich, sondern sicherte sich auch den Klassenerhalt. „Das war langsam überfällig. Dass ich Druck habe, habe ich ja schon im Training gemerkt“, zeigte sich Frieder mit seinem ersten Sieg im Tuspo-Dress höchst zufrieden.
Für Aufsehen sorgte Frieder von Beginn an: Schon nach etwa zehn Runden setzte er sich während eines erfolgreichen Prämiensprints gemeinsam mit einem weiteren Fahrer vom Hauptfeld ab. „Wir haben
gesehen, dass wir ein großes Loch gerissen haben. Deshalb entschied ich mich dazu, durchzuziehen“, verrät der 34-Jährige. In den nächsten Runden kamen noch insgesamt sieben Ausreißer hinzu, und
die Gruppe nahm Fahrt auf. „Wir hatten Fahrer mit richtig Qualm dabei“, erklärt Frieder, der sich trotz des hohen Tempos „immer gut gefühlt“ hat. Schließlich gelang es der Neuner-Gruppe sogar,
auf dem knapp ein Kilometer langen Kurs eine Runde auf das Hauptfeld zu gewinnen.
Im Hauptfeld angekommen, in dem auch Julian - der sich sogar zeitweise in einer Vierer-Verfolgergruppe befand -, Yannick und Timo in die Pedale traten, ging es gleich wieder nach vorne. Nach dem Sprint des Hauptfeldes um Rang zehn, der um fünf Runden vorverlegt wurde, waren die Ausreißer unter sich.
Die entscheidende Rennsituation ergab sich schließlich 500 Meter vor dem Ziel, als der spätere Zweitplatzierte Sebastian Hannöver (RSG Lohne-Vechta) eine Attacke initiierte. „Der bissige Antritt hat mich überrascht. Dennoch habe ich nicht lange gezögert und bin sofort hinterhergegangen“, erzählt Frieder. Im Rennfinale hat der Tusporaner dann „alles auf eine Karte gesetzt“: Unmittelbar vor dem Schlussspurt setzte er sich an die Spitze der Gruppe und durchfuhr die allerletzte Kurve mit 64 Stundenkilometern. „Ich habe die Karte gespielt, also musste ich auch dabei bleiben“, hat Frieder eine Erklärung für seine entschlossene Fahrweise parat. „Danach habe ich die Ziellinie fest anvisiert und einfach bis zum Schluss Vollgas gegeben!“. Es sollte genügen: Nach 1:18 Stunden (was einem Mittel von 48 Stundenkilometern entspricht...) riss Frieder seinen rechten Arm in den Abendhimmel, um danach die Glückwünsche von Moderatoren und Teamkameraden entgegen zu nehmen.
Besonders erfreut habe ihn der Sieg deshalb, weil er häufig in „Manndeckung“ genommen wird und daher einen schweren Stand im Feld hat. Sein persönliches Fazit des Rennens ist zugleich ein Rückblick auf seine anderthalb Jahre im Tuspo-Dress: „Letztes Jahr war ich nah an Siegen dran. Die Rennen standen oft auf des Messers Schneide. Vielleicht habe ich in der Vergangenheit den Sieg einfach zu sehr gewollt!“, glaubt Frieder, der eines gelernt hat: „Wenn du Radrennen gewinnen willst, musst du fit, wachsam - aber auch genügend locker sein!“
Im Übrigen deckt sich diese Erkenntnis vollständig mit einem Zitat von Winston Churchill, welches lautet: "Perfection is spelled P-A-R-A-L-Y-S-I-S" („Perfektion“ kann auch als „Paralyse“ übersetzt werden.) Sprich: Der Hang dazu, extrem erfolgreich (=perfekt) sein zu wollen, führt zur Lähmung. Zuweilen ist Lockerheit gefragt.
Nicht zuletzt wegen seiner bestechenden Form hat Frieder Blut geleckt – eine Tatsache, die er in den bevorstehenden Rennen aber nicht nur für sich selbst nutzen will: „Ich möchte nun vor allem Julian beim Klassenverbleib unterstützen. Ich werde mich nicht auf die faule Haut legen, sondern meine gute Form einsetzen“, verspricht Frieder, der insbesondere dem Göttinger Altstadtrennen mit Vorfreude entgegenblickt.
Erik Breuer steigt durch kuriosen Sieg auf! [05.07.2011]
Nach drei zweiten Plätzen in Fuldabrück, Aachen und Lüttringhausen erreichte Erik Breuer beim großen Preis der Kreissparkasse Heinsberg nun endlich den längst überfälligen Sieg. Nach einer 50 Kilometer langen Flucht in einer dreiköpfigen Ausreißergruppe konnte der Tusporaner seine beiden Kontrahenten in der vorletzten Runde durch eine kuriose Attacke, die eigentlich schon als Zielsprint angesetzt war, abschütteln. Der 23-Jährige packte damit den ersehnten Aufstieg in die B-Lizenzklasse.
Auf dem windigen und sehr winkligen Rundkurs von 1,2 Kilometern Länge gingen anfangs viele kleine Attacken, die aber ohne größere Wirkung verpufften. Als schließlich ein Fahrer einen etwas größeren Vorsprung herausfahren konnte, sprangen Erik Breuer und Daniel Knyss hinterher und konnten rasch aufschließen. Ein Durchkommen der Gruppe schien anfangs jedoch keinesfalls gesichert, da kein Fahrer der zahlenmäßig stark besetzten Teams in der Fluchtgruppe vertreten war. Mit nur 25 Sekunden Vorsprung wollte Erik sich noch nicht in Sicherheit wiegen und sorgte mit einer deutlichen Forcierung der Tempoarbeit dafür, dass der Vorsprung von 25 auf 45 Sekunden anwuchs.
Kurios wurde es in der Schlussphase: Da es fast zum Zusammenschluss der Ausreißer mit dem Hauptfeld kam, wurde deren Sprint vorgezogen. Dabei zerlegten sich die ersten fünf Fahrer in der Zielkurve. Etwas überrascht von den herumliegenden Fahrrädern fuhren die Ausreißer dann in die Crashkurve und auf die ausrollenden Fahrer des Hauptfeldes auf. Eine Runde später befand Breuer sich bei der Zielkurvendurchfahrt an erster Position. „Gedanklich hatte ich mich schon fast damit abgefunden, wie so oft wieder übersprintet zu werden und eröffnete den Sprint von vorne“, erklärt Erik.
„Gut war, dass ich bis kurz vor der Ziellinie immer noch vorne lag“, so der Tusporaner weiter. Irritiert habe ihn jedoch der Rundenzähler, der noch immer eine Runde anzeigte! „Ups! Da hatte ich mich in dem Sturzchaos wohl etwas vertan“, verrät Erik. Nicht minder überrascht ob der heftigen Tempoverschärfung waren die beiden Kontrahenten, die einige Meter gegenüber Erik einbüßten. Nach Realisierung seines Malheurs fand Erik zum Glück noch die Kraft, eine letzte und diesmal wirklich finale Runde zu fahren. Letztlich kam er mit einem komfortablen Vorsprung von 100 Metern ins Ziel.
Und wie steht es um Eriks Ziele für den Rest der Saison? „Ich werde erst einmal ein bisschen pausieren, und danach versuchen, weiteren Tuspo-Fahrern beim Aufstieg zu helfen“, sagt er. Und auch das Thema „A-Klasse“ hat der 23-Jährige noch nicht abgeschrieben: „Vielleicht kann ich ja auch noch auf den Lucky Punch für den Aufstieg spekulieren“, verrät der frisch gebackene B-Fahrer.
Andre Hildmann krönt Triumphfahrt mit Rang drei [04.07.2011]
Ein Kriterium, bei dem alle fünf Runden Wertungspunkte an die schnellsten vier Fahrer vergeben werden. Eine Ausreißergruppe, die sich nach wenigen Kilometern vom Feld absetzt und exakt aus vier
Fahrern besteht. Ein Tusporaner, der sich in eben dieser Ausreißergruppe befindet und es nach einer 55 Kilometer langen Triumphfahrt auf das Podium schafft – und durch seine vierte
Top-Ten-Platzierung der Saison kurz vor dem Aufstieg in die B-Klasse steht. Kann es aus Tusposicht einen schöneren Samstag-Nachmittag geben? Ja – und zwar dadurch, dass auch der zweite
Tusporaner, der das gesamte Rennen im Hauptfeld schmorte, ebenfalls mit einem Top-Ten-Platz belohnt wird!
Mit der Motivation vom erfolgreichen Rennen in Kassel an Bord, reisten Tuspos C-Fahrer Andre und Timo zum „paragon day“ nach Delbrück. Nach einigem Umparken, ein wenig Warm(ver)fahren und der
stetigen Hoffnung, dass der 1,2 Kilometer lange Rundkurs nicht von Regen überflutet werden würde, fiel der Startschuss. Als Kriterium sollte das Rennen ausgetragen werden, alle fünf Runden
sollten im Ziel, das auf einem Hügel lag, Punkte vergeben werden. Die Rennentscheidung fiel dabei kurioserweise bereits nach 7 Kilometern. Die erste Wertung wurde zwar noch an das geschlossene
Hauptfeld vergeben, doch danach initiierten zwei Fahrer einen Ausreißversuch. Als ein Dritter Fahrer sich vom Feld löste, nutzte Andre die Gunst des Augenblicks, um ebenfalls die Attacke nach
vorn zu wagen. Timo konnte an der Spitze des Feldes das Tempo drosseln, und weil das Quartett hervorragend harmonierte, wurde der Vorsprung größer und größer.
In der Folge ging jede Wertung an die vier Ausreißer, während im Feld eine ernsthafte Nachführarbeit nicht zustande kam. Vereinzelte Ausreißversuche wurden abgefangen, und so verlief das Rennen im Hauptfeld – abgesehen von einem Prämiensprint, den Timo sich sichern konnte – ruhig. So überraschte es auch nicht wirklich, dass die vier Ausreißer bereits 15 Runden vor Schluss eine Runde gewannen. Ins Feld zu fahren, kam für die vier Fahrer, die sich natürlich weiterhin alle Punkte sichern (oder vielleicht auch das Hauptfeld zur Weißglut bringen...) wollten, nicht in Frage. Ein Blick nach hinten genügte, um sich davon zu überzeugen, dass die vier Fahrer tatsächlich eine Triumphfahrt zelebrierten. Sie unterhielten sich und fuhren entspannt in einer Viererreihe – und zwar nicht etwa hintereinander, sondern nebeneinander...
Während es für Andre nach einem ebenso starken wie knappen Schlusssprint letztlich sogar für das Podium reichte, ging es für das dezimierte Hauptfeld (in dem sich noch ein Fahrer befand, der in
der ersten Wertung hatte Punkte einfahren können) noch um die Plätze sechs bis zehn.
Fünf Runden vor Schluss wurde es nervös im Hauptfeld, es folgten Attacken fast im Sekundentakt. Nachdem sich zwei Fahrer erfolgreich abgesetzt hatten, wollte auch Timo es nicht auf den reinen
Schlussspurt ankommen lassen: An der Steigung griff er erfolgreich an, hielt das Tempo auf der windigen Geraden hoch und schaffte nach anderthalb Runden den Anschluss an die beiden Ausreißer.
Sein Lohn für dieses kräftezehrende Vorgehen war Rang sieben.
Während Timo seine dritte Platzierung einfuhr, war es für Andre schon die vierte, so dass er für den Aufstieg in die B-Klasse nur noch eine weitere Platzierung benötigt. Für seinen erfolgreichen
Auftritt hatte er eine recht simple Erklärung: „Ich habe geahnt, dass sich auf dem Kurs eine Gruppe bilden würde“, verriet Andre.
Nicht schlecht gestaunt haben die beiden Tusporaner, als der Rennmoderator nicht etwa Andre auf die Bühne bat, sondern durch sein Mikrofon rief: „Und der dritte Platz geht an Marius Apenberg vom
Tuspo Weende“ – ein kleiner Fauxpas, der den Göttingern ein Schmunzeln entlockte. Und eines wurde durch diese Verwechslung – bei allem Respekt für Andres starke Leistung – klar: Irgendwo spricht
es doch für das Ansehen und den Bekanntheitsgrad eines Fahrers, wenn er selbst dann auf das Podium gerufen wird, wenn er noch nicht einmal zugegen ist – oder?
Kuriose Kasseler Kriterien [27.06.2011]
Beim Schlussspurt im Kasseler Kriterium mussten sich Andre und Timo mit Platz 5 und 7 begnügen. Platziert haben sie sich dennoch!
Ein Radrennen, bei dem die Anfahrt zum Start kürzer ist als das Rennen selbst? Ja, wo gibt’s denn sowas? Die Antwort: In Kassel! Beim Radrenntag in der Herkulesstadt gingen am gestrigen Sonntag insgesamt sechs Tusporaner an den Start. Dabei konnte Tuspo vor allem im C-Rennen, das als Kriterium ausgetragen wurde, für Aufsehen sorgen: Mit Andre (6.) und Timo (7.) fuhren gleich zwei Fahrer in die Top-Ten.
Auf dem ein Kilometer langen und selektiven Rundkurs wurde von Beginn an aufs Tempo gedrückt. Dennoch schaffte Andre es gleich im ersten Punktesprint auf Rang drei und sicherte sich dadurch zwei Punkte. In der nächsten Wertung war es Timo, der in die Punkte fuhr: Gemeinsam mit einem weiteren Fahrer konnte er eine Lücke zum Hauptfeld reißen und auf Rang zwei fahren. Allerdings kostete dieser Zwischenspurt viel Kraft, so dass er für die nächsten zehn Runden erst einmal im Feld regenerieren musste.
Beim dritten Sprint war erneut Andre, der die Kurve vor dem Ziel in jeder Runde mustergültig nahm, zur Stelle und holte sich mit Rang drei zwei Punkte. Respekt verdient aber nicht nur dieser Auftritt von Andre, sondern auch die Leistung des Siegers Jan-Martin Maas: Der Fahrer vom RC Bielefeld riss nach dieser Wertungsabnahme aus, fuhr die Hälfte des Rennens als Solo-Flüchtling und sicherte sich so verdient den Rennsieg. Im Übrigen hat er den Aufstieg – ebenso wie Yannick Sinske – mit einem Sieg nach zuvor vier Platzierungen perfekt gemacht! Aufgrund des Ausreißers waren in den folgenden Wertungssprints nur noch jeweils sechs Punkte in der Abstufung drei, zwei, eins, zu vergeben. Andre bewies in der Folge, dass er noch Körner übrig hatte und sicherte sich zweimal durch Rang vier jeweils einen Punkt.
Im Schlussspurt des stark dezimierten Hauptfeldes zeigten sich Andre und Timo zwar vorn, doch für einen Platz unter den ersten Drei reichte es letztlich nicht. Im Endeffekt ergab sich im C-Rennen das Kuriosum, dass sich jeder Starter, der Punkte vorweisen konnte, platzierte: Der Zehntplatzierte hatte einen Punkt, Timo kam mit drei Punkten auf Rang sieben. Andre, der seine dritten Platzierung eingefahren hat und ernsthaft beginnen darf, vom Aufstieg in die B-Klasse zu träumen, landete mit sechs Punkten auf Rang sechs.
Im Kriterium der KT/A/B-Klasse verpasste Julian Sinske nur denkbar knapp eine Platzierung: In einem hochkarätigen Starterfeld kam der A-Lizenzfahrer nach einem stark gefahrenen Rennen auf Rang elf. Von Beginn an führten zahlreiche Tempoverschärfungen und Attacken zu einem hohen Tempo und vielen Kleingruppen – und dadurch zu großer Unübersichtlichkeit. Dies veranschaulicht am besten die Szene vom Rennende, als die Rennleitung im Start-Zielbereich zu fünft (!) hektisch gestikulierend die Ergebnisse auszuwerten versuchte.
Julian konnte sich in seiner Gruppe stets souverän halten und machte einen guten Eindruck. So hatte er allen Grund dazu, trotz des undankbaren 11. Rangs nicht unzufrieden zu sein: „Ich denke alles in allem habe ich mich im Vergleich zum vergangenen Jahr wieder etwas weiterentwickeln können“, sagte der 26-Jährige. Eine Sache erwünscht sich der Tusporaner aber nachdrücklich: „Ich hoffe, dass ich nicht wieder solch einen Endspurt hinlegen muss wie im vergangenen Jahr“, sagt Julian in Anspielung darauf, dass er seinen Klassenerhalt 2010 erst in der sprichwörtlich letzten Sekunde unter Dach und Fach gebracht hat. Positiv stimmt ihn jedoch, dass er dank seines fünften Rangs beim Wiesbadener City-Kriterium schon eine Platzierung in der Tasche hat. Das war zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr noch nicht der Fall. „Aber es sind trotzdem noch zwei, die mir fehlen“, bleibt Julian Realist.
Einen Bericht zum C-Rennen aus Sich von Andre gibt es auf seinem eigenen Blog bergsprinter.wordpress.com. Auf radsport-photos.de gibt es eine schier endlose Bildergalerie.
Neheimer Dom: Ein Rennen zum Vergessen... [27.06.2011]
Foto: www.neheim-huesten.de
Das B/C-Rennen „Rund um den Neheimer Dom“, bei dem Erik, Timo und Andre sich am vergangenen Freitag an die Startlinie stellten, war aus Tuspo-Sicht ein Rennen zum Vergessen.
Und das, obwohl die drei Tusporaner mit großen Ambitionen auf den ein Kilometer langen Innenstadt-Rundkurs gingen und die Atmosphäre gigantisch war – Volksfestcharakter inklusive. Um in dem 100 Fahrer starken Feld und auf der Strecke, die mit Pflastersteinen, Erhöhungen, einer scharfen Kurve und Straßenrillen unfallträchtig wirkte, kein Risiko einzugehen, war Tuspos Devise schnell gefunden: „Weit vorn starten, vorne bleiben und vorne ankommen!“. Schade, dass es damit so überhaupt nicht klappen sollte...
Bereits nach zehn Runden musste Erik, der von Beginn an an vorderer Front kämpfte, mit einem Platten aussteigen. In der Folge wurde das Fahrerfeld aufgrund des hohen Tempos und einsetzenden
Regens immer dünner. So bildete sich vorne schließlich nach unzähligen Attacken auch eine Vierer-Spitzengruppe. Andre und Timo kämpften im Hauptfeld weiter – bis Andre nach der Hälfte des Rennens
aufgrund von Rückenschmerzen ebenfalls aussteigen musste.
Das Fahrerfeld schmolz weiterhin rapide auf 50, 40, 35 Teilnehmer – und immerhin war ja noch ein Tusporaner im Rennen. Nachdem sich fünf weitere Fahrer vom Hauptfeld abgesetzt hatten, ging es im Hauptfeldsprint schließlich um noch eine verbliebene Platzierung.
In der Schlussrunde zog Timo – wohlwissend, wie kurz die Zielgerade war – 700 Meter vor dem Ziel das Tempo an und konnte sich auch einen Vorsprung von einigen Metern erarbeiten. Er sauste an erster Stelle mit Vollgas durch die beiden 90-Grad-Kuven vor dem Ziel, legte alles in den Schlussspurt – und wurde von einem anderen Fahrer kurz vor dem Ziel um weniger als einen Meter geschlagen. Tja...!
Immerhin schien das Endresultat konsequent: So toll das Flair bei „Rund um den Neheimer Dom“ auch sein mochte: Für Tuspo wurde es zumindest in diesem Jahr ein Rennen zum Vergessen.
Und als Timo bereits dachte, dass er nicht mehr tiefer sinken könnte, folgte der nächste Rückschlag: Um sich sein Preisgeld abzuholen, gingen Andre und er zur Startnummernausgabe. „Nein, hier nicht!“, kam als Antwort daher. „Versuchen Sie es mal im Rennbus!“. Gesagt – getan! Doch auch dort schien niemand genau Bescheid zu wissen: „Auf der Bühne der Siegerehrung können Sie sich das abholen!“, so die Antwort. Also zack, rüber zur Siegerehrung. Als die beiden Tusporaner dort ankamen, wurden sie wiederum zur Startnummernausgabe geschickt – es bahnte sich ein Kreislauf über drei Stationen an, den die beiden gut und gerne die gesamte Nacht lang hätten durchlaufen können...
Nach 10 Minuten Wartezeit hatten sie allerdings genug und verzeichteten auf die kleine finanzielle Entschädigung für ihren glücklosen Auftritt – und das machte im Nachhinein durchaus Sinn: Denn sie kamen auch so erst um Mitternacht zu Hause an...
Besser geklappt hat es für Tuspos C-Fahrer am Sonntag in Kassel, wie oben nachgelesen werden kann...
Erik und Timo schrammen an Top-Ten vorbei [21.06.2011]
Szene aus dem Rennen in Osterholz: Erik (l.) und Timo (m.) in Aktion
Das, was Andre Hildmann mit seinem zehnten Rang in Marburg gelungen ist, blieb den beiden C-Fahrern Erik Breuer und Timo Holloway zumindest am vergangenen Wochenende vergönnt: Eine Platzierung!
Während Erik beim Rennen in Mönchengladbach zwar viele Akzente setzte, aber am Ende mit Rang 14 Vorlieb nehmen musste, scheiterte Timo mit Rang 13 in Gehrden ebenfalls knapp an den Top Ten.
„Hop oder top“, so kommentierte Erik etwas enttäuscht seinen 14. Rang beim Rennen in Mönchengladbach. Eine sehr gute Leistung hat der Tusporaner, der vor allem zu Beginn des Rennens bei fast jeder Attacke zur Stelle war, aber zwefellos erbracht. „Mir hat jedoch der richtige Riecher für die entscheidende Rennsituation gefehlt“, reflektiert Erik selbstkritisch. So fand sich der Tusporaner nach etwa 20 Rennkilometern während einer Prämienrunde zwischen dem Hauptfeld und einer fünfköpfigen Fluchtgruppe, die gerade alles daran setzte, dem Hauptfeld zu entfliehen, wieder. „Dabei geht einem Rennfahrer nun folgendes Dilemma durch den Kopf“, erklärt Erik: „Soll man alles, was die Beine hergeben, investieren – mit dem Risiko dennoch nicht alleine an die Gruppe heranzukommen? Oder gar heranzukommen, um dann aber wieder vom Hauptfeld eingeholt zu werden - so wie es etliche Male zuvor geschehen war?“
Erik entschied sich gegen einen alleinigen „Jumper“ zur Gruppe – eine Entscheidung, die ihn noch abends in sein Bett verfolgen und bis zum Einschlafen beschäftigen sollte. Denn nachdem Erik sich ins Hauptfeld zurückfallen lassen hat, fanden sich nicht genügend Verbündete, die Lust hatten, sich bei windigen Verhältnissen an der Nachführarbeit zu beteiligen. Insgesamt reichte es für den Tusporaner aber immerhin noch für Rang 14.
Einen kuriosen Rennverlauf erlebte Timo, der beim B-/C-Rennen „Großer Preis der Bürgerstadt Gehrden“ an den Start ging: Eine feuchte Fahrbahn, Gegenwind, die ansteigende Zielgerade sowie ein verwinkelter Kurs sorgten dafür, dass nur 22 der etwa 55 gestarteten Fahrer überhaupt das Ziel erreichten. Zwei Solisten machten sich davon, so dass es für den 22-Jährigen im Zielsprint um einen von acht Top-Ten-Plätzen ging. „Ich habe eine Kurve nicht perfekt genommen, dadurch in der letzten Runde einige Plätze verloren und mich für den Schlussspurt dadurch zu weit hinten befunden“, erklärt Timo in einer ähnlich selbstkritischen Weise wie Erik. „Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich ausgepowert war – denn nicht ohne Grund hatten so viele Fahrer den stetigen Tempowechseln Tribut zollen und aussteigen müssen“, sagte er weiter.
Die Chance auf eine weitere Platzierung haben Tuspos Lizenzfahrer schon am kommenden Freitag, wenn sie zum B/C-Rennen nach Neheim reisen. Zumal sie nicht nur hochgesteckte Ziele bei sich tragen, sondern auch die lehrreichen Erfahrungen vom vergangenen Wochenende!
Platzierung beim Ausrollen: Andre Hildmann 10. [21.06.2011]
Eine Top-Ten-Platzierung im C-Rennen – und das ohne Risiko, Rangeleien und Zielsprintgetummel. Was klingen mag wie ein Absurdum, wurde für den Tusporaner Andre Hildmann Realität – und zugleich die Belohnung für seinen enormen Einsatz: Beim Rennen „Rund um den Elisabethbrunnen“ in Marburg schaffte der Tusporaner durch einen bemerkenswerten Kraftakt den Sprung in die zehnköpfige Ausreißergruppe, mit der er sicher vor dem Hauptfeld ins Ziel kam. Erfreulich ist aus Tuspo-Sicht nicht nur, dass sich Andre, der erst seit dieser Saison den blau-weißen Dress trägt, im Lizenzbereich mehr als akklimatisiert hat. Sondern auch, dass Björn Hansmann nach einer sturzbedingten Rennpause wieder voll ins Geschehen eingreifen konnte.
„Der Rundkurs begann direkt mit einem Anstieg, welcher aber in den ersten Runden relativ moderat gefahren wurde. In der Abfahrt und auf dem windanfälligen, welligen Abschnitt kam es zwar immer wieder zu Attacken, an denen auch Björn und ich uns beteiligten. Jedoch konnte sich niemand ernsthaft vom Feld absetzten“, blickt Andre auf die ersten vier von zehn Runden zurück.
Erst in der fünften Runde bildete sich die Gruppe des Tages: Während sich Andre nach einem Angriff im Feld erholte, setzten sich fünf Fahrer ab. Obwohl ihr Vorsprung gering war, schaffte das Feld es nicht, das Loch zu ihnen zu schließen. Der Plan, den Andre am Anstieg in die Tat umsetzte, war ebenso ehrgeizig wie kräftezehrend: „Zu Beginn der sechsten Runde entschied ich mich, den Anstieg zu nutzen, um in die Gruppe zu fahren“, verrät er. Sein enormer Einsatz sollte Früchte tragen: Gemeinsam mit vier weiteren Fahrern gelang es ihm, das Loch zum Führungsquintett zu schließen! Weil die inzwischen zehnköpfige Spitzengruppe sehr gut harmonierte, konnte der Vorsprung zum Feld immer weiter ausgebaut werden. „Von da an verlief das Rennen relativ unspektakulär“, erinnert sich Andre. „Der Anstieg wurde gleichmäßig schnell gefahren und im unteren Teil der Strecke wurde dem Gegenwind mit einem belgischen Kreisel getrotzt“.
Erst zu Beginn der letzten Runde wurde der Anstieg für eine Tempoverschärfung genutzt, so dass sich schnell drei Fahrer aus der Gruppe lösen konnten. „Aufgrund der harten Aufholjagd in der Mitte des Rennens hatte ich allerdings leider nicht mehr die Kraft, dieser Attacke auch nur im Ansatz zu folgen“, erklärt Andre, der in der Folge sogar mit einem weiteren Fahrer den Anschluss zur Gruppe verlor. Das Duo musste mit einigen Sekunden Rückstand in die Abfahrt gehen, schaffte es aber mit letzter Kraft, das Loch wieder zu schließen. Sofort begann das siebenköpfige Verfolgerfeld, zu kreiseln, um die drei Spitzenreiter noch zu stellen – ein Plan, der allerdings nicht aufgehen sollte.
Als das Finale eröffnet wurde, musste Andre zwar „dem kraftraubenden Rennverlauf Tribut zollen“ und aufgrund von Krämpfen den Sprint um die Plätze sausen lassen. Doch das konnte seine Laune kaum trüben: Weil nämlich das stark dezimierte Hauptfeld - mit dem es Björn Hansmann ins Ziel schaffte - zu diesem Zeitpunkt bereits einen Rückstand von zwei Minuten hatte, war ihm die Top-Ten-Platzierung nicht mehr zu nehmen. „Ich konnte deshalb die letzten Meter des Rennens zum Ausrollen nutzen und fuhr so als zehnter über die Ziellinie“, freute sich Andre über seine bereits zweite - kuriose, aber hart erkämpfte - Platzierung der laufenden Saison.
He is back again: Platz fünf für Frieder Uflacker [15.06.2011]
Mit einem Paukenschlag ist Tuspos Topfahrer Frieder Uflacker in seine Saison gestartet: Nachdem er seit Saisonbeginn aufgrund beruflicher Verpflichtungen dem Renngeschehen fernbleiben musste, ging er nun beim Großen Preis von Borsum an den Start – und sicherte sich im ersten Rennen des Jahres prompt den fünften Platz. „So ein später Saisoneinstieg – das ist mein persönlicher Rekord“, sagte Frieder mit einem Grinsen auf den Lippen. Von seiner Platzierung sei er zwar „positiv überrascht“ gewesen. Allerdings stellte der 34-Jährige klar: „Natürlich gehe ich aber auch nur dann in ein Rennen, wenn ich mich stark genug fühle.“
Dass sich Frieder trotz seiner konsequenten Rennabstinenz in guter Form befindet, das verdeutlichte auch das Tempo, das er (wohlgemerkt trotz der eigenen Aussage „Ich bin platt wie ein Pfannkuchen!“ :-)) zuweilen beim Donnerstagstraining vorlegte.
Im Rennverlauf konnte Frieder insgesamt 10 Kriteriumspunkte ergattern und so sicher in die Platzierungsränge fahren. Aufmerksamkeit erregte er vor allem mit einem enorm langem Sprint, der ihm den Sieg bei einer der Wertungsabnahmen bescherte. Frieder, der in Borsum schon dreimal Zweiter geworden war und dementsprechend den 1,3 Kilometer langen Rundkurs so gut gekannt haben dürfte wie seine Trikottasche, hatte sogar die Chance zu gewinnen: Vor der letzten, doppelt zählenden Wertungsabnahme befand er sich auf Rang zwei und hätte rechnerisch an dem Führenden vorbeiziehen können. „Nachdem ich mein Tagesziel übererreicht hatte, fehlte mir allerdings die letzte Motivation für einen risikoreichen Fight“, gab Frieder zu verstehen.
Sowohl für Frieder, als auch für Julian Sinske lautet das Ziel nun zunächst: Noch zwei Platzierungen einfahren, um den Verbleib in der A-Klasse zu sichern.
Presslufthammer-Platzierung: Timo 7. in Bünde [14.06.2011]
Beim Rennen „Rund in Bünde“ konnte Tuspos C-Fahrer Timo Holloway seine erste Platzierung der Saison einfahren. Nach 66 Kilometern wurde er im Hauptfeldsprint Fünfter und sicherte sich so den
insgesamt siebten Rang.
Auf dem 2,2 Kilometer langen Rundkurs gingen die rund 70 Starter von Beginn an ein recht hohes Tempo, das erst nach der Hälfte des Rennens gedrosselt wurde. Der Kurs selbst war mit 15
Höhenmetern, einem Hügel vor der Zielgeraden sowie einem extrem ruppeligen Streckenabschnitt gespickt. „Man hatte auf diesem Abschnitt nicht das Gefühl, einen Rennradlenker in den Händen zu
halten, sondern eher einen Presslufthammer“, kommentiert Timo. Fast schon ein Wunder, dass es auf dieser unebenen, engen Straße zu keinem Sturz kam. Weil auf dieser Passage sowie auf dem kurzen
Anstieg zum Ziel viele Fahrer auf die Tempotube drückten, driftete das Feld zwar immer wieder auseinander. Langfristig absetzen konnte sich aber vorerst keine der Ausreißergruppen, in denen auch
der 22-jährige Tusporaner zweimal vertreten war. Von dauerhaftem Erfolg gekrönt war schließlich aber der Ausreißversuch des Siegerduos, das sich etwa zehn Runden vor Schluss absetzen konnte.
Die finalen 5 Kilometer verliefen für Timo dann zwar eher unspektakulär, aber gut: „Auf den letzten beiden Runden habe ich leider zuerst einige Plätze im Hauptfeld verloren“, erinnert er sich. „Allerdings habe ich mich noch sehr gut gefühlt, so dass ich einen Kilometer vor dem Ziel auf der rechten Außenbahn – wenn auch im Wind – etliche Plätze wieder gut machen konnte.“ Im Schlusssprint des Hauptfeldes reichte es dann schließlich für den fünften Rang.
Ebenfalls am Start war nach langer Rennpause Julian Cerny, der zwar aussteigen musste, aber mit Sicherheit schon eines seiner nächstes C-Rennen durchfahren wird.
Yannick Sinske stürzt, siegt - und steigt auf! [08.06.2011]
„Ich wette, dass meine fünfte Platzierung ein Sieg wird“, prognostizierte Yannick Sinske vor zwei Wochen nach seinem zweiten Rang beim Rennen „Rund in Hamm“. Was klingen mochte wie eine Mischung aus Selbstbewusstsein und Witzelei, wurde nun Realität: Nach zuvor vier Platzierungen holte Yannick beim Wiesbadener City-Kriterium den Sieg und stieg dadurch in die B-Klasse auf. „Es ist natürlich traumhaft, das ganze mit einem Sieg abzuschließen. Zumal ich es vorher noch gesagt habe“, freut sich der Tusporaner, den selbst ein Sturz nicht aus dem Konzept bringen konnte.
Auf dem 950 Meter langen Rundkurs mit 250 Metern Kopfsteinpflaster unterstrich Yannick von Beginn an seine Siegesambitionen. Trotz eines hohen Grundtempos im 80 Mann starken Fahrerfeld holte der 22-Jährige in der ersten Wertung als Drittplatzierter zwei Punkte. Zwar war er danach vorübergehend abgemeldet, konnte jedoch später mit einem Kraftakt einen weiteren Punkt auf seinem Konto verbuchen. Kurz danach folgte allerdings ein riesiger Schock: Weil vor ihm in der Kurve ein Fahrer stürzte, rutsche auch Yannick (beim Versuch, auszuweichen) das Hinterrad weg. „Ich habe mir Schürfwunden an Ellenbogen, Oberschenkel und Gesäß zugezogen, aber an aufhören war nicht zu denken“, zeigte sich Yannick kämpferisch. Der Grund: „Mit 3 punkten konnte ich doch nicht aussteigen“, erklärt er.
Rasch fuhr der Tusporaner zum Start/Ziel-Bereich, um von der Rundenvergütung Gebrauch zu machen.
Das, was im Anschluss folgte, dürfte nicht nur Yannick selbst überrascht haben: Gleich im darauffolgenden Wertungsprint holte er sich mit einem 2. Platz drei weitere Punkte. Zudem hatte der Wertungssprint einen angenehmen Nebeneffekt: „Durch das schnelle Tempo habe ich mit einigen Fahrern abgesetzt“, erzählt Yannick.
Weil es ein C-Rennen ohne Soloflucht bei ihm nicht zu geben scheint, gab Yannick bei der vorletzten Wertung noch einmal Vollgas: „Ich habe ich es eigentlich gemacht wie immer: auf der Gegengeraden attackieren, das Tempo hochhalten und so versuchen, durchzukommen“, verrät er. Klingt einfach und effektiv – und brachte ihm 5 ganze Punkte!
Weil die Gruppe in der Folge nicht mehr so rund lief, konnte sich einer der Fahrer absetzen. Doch auch Yannick hatte sein Pulver noch nicht verschossen: 5 Runden vor Schluss setzte er seine entscheidende Attacke, die von Erfolg gekrönt war. Yannick schloss schnell zum Spitzenreiter auf. Trotz der einsetzenden Regenschauer behielt er den Überblick und sicherte sich die zehn Zähler der Schlusswertung. Endresultat: 21 Punkte! Was will man mehr?
Yannicks Fazit für die erste Saisonhälfte lautet natürlich durchweg positiv: „Ich bin sehr zufrieden, weil ich mich in jedem C-Rennen, zu dem ich angetreten bin, platziert habe. Aber auch mit den Leistungen in den A/B/C-Rennen bin ich zufrieden, da ich stets das Renngeschehen mitgestalten konnte“, bilanziert er.
Für einen Monat wird man Yannick ab sofort aber vergeblich auf den Rennstrecken Deutschlands suchen: „Für mich stehen jetzt erst einmal Klausuren an“, erklärt der Tusporaner. Danach will er sich erst einmal „in den Dienst der Mannschaft stellen“. Das heißt jedoch nicht, dass er die „Mission A-Klasse“ abgeschrieben hätte. „Ich werde mir das eine oder andere B/C-Rennen herauspicken, um noch ein bisschen in Richtung A-Klasse anzugreifen. Der Höhepunkt wird aber sicherlich das Göttinger Altstadtrennen“, blickt der B-Fahrer seinen nächsten Zielen entgegen.
Ebenfalls erfolgreich unterwegs war Julian Sinske, der im Rennen der A/B-Klasse Fünfter wurde. Da er und seine Kontrahenten im strömenden Regen starten musste, war er wahrlich nicht zu beneiden. Von Beginn an fuhr er einen offensiven Wettkampf, so dass es ihm früh gelang, im Sprint aus einer vierköpfigen Spitzengruppe zwei Punkte zu ergattern. Allerdings ging für Julian danach nicht mehr viel, weil sich drei Fahrer dauerhaft absetzen konnten. So ging es in den folgenden Hauptfeldsprints jeweils nur noch um ein mageres Pünktchen. Mit dem fünften Rang nach dieser Regenschlacht kann der Tusporaner letztlich durchaus zufrieden sein – zumal es die erste klassenerhaltsrelevante Platzierung der Saison war.
Tuspo sorgt in NRW für Furore / Erik Zweiter! [08.06.2011]
Foto: RV Adler Lüttringhausen
Beim prestigeträchtigen Rennen Rund in Lüttringhausen konnten die beiden Schachtebeck-Brüder Michel und Nils, sowie Erik Breuer einmal mehr ihre starke Form unter Beweis stellen.
Erik Breuer erweiterte seine Serie aus zweiten Plätzen in der Elite-C Klasse um einen weiteren und muss sich unter seinen Trainingskollegen bereit vorwerfen lassen, er wolle gar nicht gewinnen und somit direkt aufsteigen. Er wies diese Anschuldigungen aber direkt zurück. Nachdem Michel Schachtebeck nur 20 Minuten nach Zieleinlauf der C-Klasse in seinem Schülerrennen der U 15 mit einem Wahnsinnsbergaufsprint ebenfalls auf Rang 2. fuhr, wurde der Tuspo Weende vom Rennsprecher als ein "in jüngster Zeit äußerst erfolgreicher und aktiver Radsportverein" bezeichnet. Ein Lob, das zeigt, dass Tuspo sich inzwischen auch mit überregionaler Bekanntheit rühmen kann. Abgerundet wurde das gute Abschneiden durch einen 5. Platz von Nils Schachtebeck, der im stark besetzten Feld der U 17 an den Start ging.
Gefahren wurde auf einer 7,6 Kilometer langen Rundem, auf der es zunächst dreieinhalb Kilometer bergab und danach bis zum Ziel bergauf ging. In der C-Klasse tat sich bis auf die Zieldurchfahrtsbergwertungen in Runde 3, 5 und 7 nicht viel, da das Feld nach dem Anstieg in den Abfahrten immer wieder zu den Führungsfahrern (zu denen auch Erik Breuer gehörte) aufschließen konnte. 2 Runden vor Schluss schlich sich der spätere Sieger Daniel Schlüter vom RSC Gütersloh davon. Nachdem Erik Breuer bei jedem der drei Zwischensprints Rang 3, 4 und 6 belegt hatte, sah er sich einigen sprintstarken Konkurrenten gegenüber und attackierte dann konsequenterweise in der letzten Runde schon eingangs des Berges. „Als ich an einigen Teilstücken des Anstieges auf meinem Tacho 32 km/h stehen hatte, wusste ich, dass ich verdammt schnell unterwegs war. Schließlich waren wir an diesen Stücken zuvor maximal 27 km/h gefahren,“ erinnert sich Erik, der noch 2 weitere Fahrer, die dem Solosieger gefolgt waren, abfing und seinen 2. Platz gegen das Hauptfeld verteidigte.
Yannick Sinske dank zweitem Rang fast B-Fahrer [29.05.2011]
Blauer Himmel. Die Sonne knallt auf den 1,4 Kilometer langen Rundkurs sowie auf die Helme der rund 150 Starter – und auch auf die Köpfe von hunderten von Zuschauern, die das C-Rennen „Rund in Hamm“ beäugen. So sommerlich wirkt dieser Sonntag, dass man sich kaum vorstellen kann, dass auf der leicht ansteigenden Gegengeraden der Wind bläst. Und, so paradox das auch klingen mag: Es war genau dieser Gegenwind, der Yannick Sinske auf seinem Weg zum zweiten Rang – seiner vierten Platzierung der laufenden Saison – enorme Unterstützung bieten sollte.
In gewohnter Manier sucht Yannick schon von Beginn an den Weg nach vorn. So dauert es nur etwa sieben Runden, bis die erste Gruppe geht. „Gebildet wurde sie allerdings nicht allein durch eine Attacke, sondern auch durch die Tatsache, dass das Tempo auf der Gegenwindgerade so lange am Anschlag gehalten wurde, bis das Feld zerriss“, blickt Yannick auf das Renngeschehen zurück. Das Tempo sei zugleich aber auch „sehr kräfteraubend“ gewesen, gesteht der 22-Jährige. Zwar lief die Gruppe anfangs alles andere als rund, weil immer wieder um Prämien gesprintet wurde. Im Laufe der Zeit begann das Sextett jedoch, zu harmonieren. Im Hauptfeld wurde derweil Timo Zeuge von Antritten, Tempowechseln und Scheinattacken – aber auch von viel Uneinigkeit.
Großen Grund zur Freude hatte Yannick nach 25 von 50 Runden, als ihm und seinen fünf Weggefährten ein Rundengewinn glückte. Yannick: „Von diesem Zeitpunkt an stand meine Marschroute fest: Abwarten, bis es auf die letzten fünf Runden geht!“
Gesagt – getan: Vier Runden sind noch zu fahren, als Yannick seine erste Attacke setzt. Durch einen starken Konter gelingt es aber unglücklicherweise dem späteren Sieger, sich vom Feld zu lösen. Doch Yannick hat noch einen Pfeil im Köcher, nutzt Unstimmigkeiten der Gruppe in der Nachführarbeit aus, um eine neuerliche Attacke zu setzen. „Mühsam habe ich eine Lücke gerissen, die ich dann aber mit vollem Einsatz im Gegenwind vergrößern konnte“, verrät Yannick. Zwar schaffte der Tusporaner es nicht mehr, bis zum Führenden aufzuschließen. „Unterm Strich bin ich aber zufrieden mit dem Ergebnis“, bilanziert Yannick, dem nach seinem exzellenten Auftritt in Nordrhein-Westfalen nur noch eine weitere Platzierung zum Aufstieg in die B-Klasse fehlt.
Timo hingegen musste seine Hoffnungen auf einen Sprint um die vier verbleibenden Top-Ten-Plätze begraben: Es hatte sich eine 7er-Ausreißergruppe gebildet, die es sogar ins Ziel schaffte, weil das Finale für das Hauptfeld um fünf Runden vorgezogen wurde. Was neben dem Hauptfeldsprint (Platz 6/ gesamt 19) blieb, war ein weiterer Sprint: Der nämlich, der von der Rennstrecke zum Auto führte, wo die Handy-Kamera auf ihren Einsatz wartete: Schließlich sollte Yannicks Siegerpose auf dem Podium natürlich festgehalten werden. Dass Timo zumindest aus diesem Sprint als Gewinner hervorging, das beweist das obenstehende Foto.
Bei der Siegerehrung strahlten sie schließlich – nicht nur Yannick, nein: Auch die Sonne zeigte noch immer ihr strahlendes Gesicht. Zwar war der Wind nach wie vor kaum wahrzunehmen – die Fahrer jedoch werden sich an die Brisen erinnern, wie sie über ihre Gesichter zischten und dem eher unselektiven Rundkurs eine entscheidende Würze verpassten. Die einen Fahrer werden ihn verteufeln. Für andere jedoch wurde der Wind heute – so widersprüchlich das auch wirkt – zu einem edlen Helfer.
Unsportlichkeit kostet Erik Breuer Rennsieg [23.05.2011]
Ein mit 120 Startern stark besetztes B/C-Feld, eine selektive 1-Kilometer-Runde mit Kopfsteinpflaster und ein paar Höhenmetern, die es 75 mal zu bewältigen galt. Dazu Heimspiel in Aachen – da musste für Tuspos C-Fahrer Erik Breuer einfach etwas gehen!
So nutzt Erik die erste Prämienabnahme nach fünf Runden, um das Feld anzutesten. Vier Fahrer gehen mit, der Vorsprung pendelt sich zunächst bei 20 Sekunden ein. Noch 70 lange Kilometer sind bei schwüler Hitze zu absolvieren. „Solch einen langen Fluchtversuch wollte ich mir eigentlich gar nicht einbrocken“, erklärt Erik. Doch die Gruppe begann, zu harmonieren. Die Kräfteverhältnisse waren recht schnell geklärt, so dass die Doppelprämien, die alle fünf Runden ausgefahren wurden, stets kampflos an Erik gingen. Im Gegenzug übernahm er aber auch den Großteil der Führungsarbeit - eine Tatsache, die sich auszahlen sollte: Nach 50 Kilometern wurde das Feld überrundet!
Der Sprint des Feldes um Platz sechs wurde um zwei Runden vorgezogen, während die fünf Fahrer mit Rundengewinn zwei Runden später ihr Finale fahren sollten. Die Taktik von Erik, sich am Hauptfeldsprint zu beteiligen um den Rest der ehemaligen Fluchtgruppe zu distanzieren, schien zunächst aufzugehen: Lediglich einer der Kontrahenten konnte sein Hinterrad halten. Dieser signalisierte jedoch, dass er nicht mehr mitführen könne. Dementsprechend fuhr der Tusporaner die letzten beiden Runden alleine von vorne, um so die drei Verfolger auf Distanz zu halten. Die Aktion, die folgte, kam völlig überraschend: Karsten Vogel bricht auf der Zielgeraden den Ehrenkodex und zieht erbarmungslos an Erik vorbei. „So erschöpft wie zwei Runden vorher angekündigt war er wohl doch nicht“, so Erik, der den Kommentar des Rennsprechers von einem „fair gefahrenen Sprint“ natürlich als totalen Blödsinn empfand.
Als Trost blieben neben dem zweiten Platz im B/C-Rennen die aufmunternden Worte einiger Rennkollegen. Unverständlich bleibt jedoch die Tatsache, dass Karsten Vogel, der schon einige Erfahrung als KT-Fahrer in den Beinen hat, es nötig hat, auf solch eine Weise zu gewinnen.
Yannick Sinske rückt der B-Klasse immer näher [19.05.2011]
Tuspos C-Fahrer Yannick Sinske hat sich beim Sachsenring-Nachwuchscup in Osterholz-Scharmbeck seine dritte Platzierung geholt und damit das Tor zur B-Klasse weit aufgestoßen. Auf dem ein Kilometer langen, topfebenen Rundkurs sorgten die drei Tusporaner Yannick, Erik und Timo von Beginn an für Tempo. Die dritte von insgesamt sechs Kriteriumswertungen holte sich Yannick, der dadurch am Ende auf Rang sechs kam. Dass es für die Tusporaner letztlich in dem überschaubaren 40-Mann-Fahrerfeld nicht für mehr gereicht hat, lag gewiss zum einen an den Anstrengungen des Vortages. Zum anderen an einem wirklich stark und (ebenfalls) mannschaftlich geschlossen auftretenden BOC-Team, deren Hintern im Übrigen der Schriftzug „BOC auf Windschatten?“ zierte. Im Schlusssprint wurden Erik und Timo Sechster und Siebter – für Punkte reichte das jedoch nicht mehr.
„Yannick kann bei Gegenwind mindestens genauso schnell fahren kann wie bei Rückenwind“, zollte Erik seinem Teamkollegen Respekt. „Man sollte ihm deswegen seine SRAM-Laufräder verbieten“, forderte er mit einem ebenso breiten wie freundschaftich gemeinten Grinsen. Viel Tempoarbeit leistete auch Timo. „Er hat uns mustergültig durchs Feld navigiert“, so Erik.
Erik selbst startete wenige Runden vor Schluss einen Ausreißversuch, der beinahe zum Erfolg geführt hätte. Obwohl es für ihn nach seinem starken zweiten Platz am Vortag letztlich nicht für die Top-Ten reichte - eine Sache gab es dennoch, die ihn positiv stimmte: Durch unzählige Prämiengewinne hatte er zumindest Start- und Spritgeld für die weite Anreise zusammensprinten können...
Erfolgreiches Wochenende der Elite-C Amateure [16.05.2011]
Tuspos C-Fahrer und der neue Tuspo-Sponsor Brauerei Hütt
Zwei Platzierungen für Yannick Sinske (Samstag in Fuldabrück, Sonntag in Bremen) – Stockerl für Erik Breuer – Erste Top Ten Platzierung für Andre Hildmann – Neuen Sponsor in Szene gesetzt.
Mit fünf Fahrern (Yannick, Erik, Andre, Andy, Marius) stand Tuspo Weende am Samstagabend in Fuldabrück am Start und reihte sich nicht ohne Grund gleich ganz vorne in der Startaufstellung ein. Die Devise war klar, es galt möglichst viele Punkte auf dem selektiven Rennkurs, der als Kriterium ausgetragen wurde zu sammeln. Taktisch gesehen, galt es den Kompromiss zu finden, die Punkte möglichst gleichmäßig auf alle blau-rot-weißen Schultern zu verteilen, aber doch so konzentriert das es für die Top Ten reicht.
In der 1. Wertung sprintete Andre auf Platz 2 und konnte die ersten Punkte verbuchen. Danach nutzte Yannick den Moment, als das Hauptfeld sich noch von der letzten Wertung erholen musste und zudem gerade vorn vom Tuspo kontrolliert wurde, um wegzuspringen.: Seine beherzte viereinhalbründige Soloflucht wurde mit dem Gewinn der nächsten Wertung belohnt. Direkt im Anschluss setzte Erik seine Attacke und schaffte es, das Hauptfeld zunächst mit zwei weiteren Fahrern distanzieren. Zu der 3er Gruppe konnten noch 4 Fahrer aufschließen, welche die endgültige Fluchtgruppe komplettierten.
Trotz ziehmlich asymmetrischer Führungsarbeit, die überwiegend von Breuer, Kuschla und Harz verrichtet wurde, konnte auf das Hauptfeld ein Vorsprung von einer Minute herausgefahren werden. Die taktische Konstellation war somit nahezu ideal für Tuspo, weil Yannick und Andre mit ihren zuvor erkämpften Punkten relativ sicher platziert waren - schließlich konnten von nun an maximal die sieben Fahrer der Fluchtgruppe weitere Punkte sammeln.
In der Fluchtgruppe deutete sich schnell ein verbissener Zweikampf zwischen Breuer und Schütz an. Vor der letzten Punktwertung lag Erik nur einen Punkt hinter seinem Kontrahenten Schütz, so dass die letzte Wertung die Entscheidung über die ersten 3 Plätze erbrachte. Wohlwissend ob seiner Defizite im Sprint setzte Erik seine Attacke, ähnlich wie den vorranggegangenen Wertungen bereits auf der Gegengerade an und lag bis 10 Meter vor Zieleinlauf in Front, ehe die 6 Verfolger ihn auf den letzten Metern noch abfingen. Zwar konnte Erik die Pace noch aufnehmen, kam in der letzten Wertung aber nicht über einen 3. Platz, direkt hinter seinem Konkurrenten, hinweg.
Auch wenn der Sieg ganz knapp verpasst wurde, konnte das Team dennoch hochzufrieden mit dem Endresultat sein:
Andre Hildmann: Platz 10
Yannick Sinske: Platz 6
Erik Breuer: Platz 2
Gefeiert und regeneriert zwecks isotonischer Flüssigkeitsaufnahme wurde der Erfolg mit alkoholfreiem Weizenbier der Brauerei Hütt. Besten Dank an unseren neuen Sponsor.
Julian Sinske fährt konstant gut [13.05.2011]
Foto: Philipp Ulke
Zwei Top-Ten-Platzierungen hat Julian Sinske bei den Landesmeisterschaften der Eliteklasse eingefahren. Mit seinem siebten Rang im Einzelzeitfahren am vergangenen Samstag war er allerdings nicht 100-prozentig zufrieden: „Es war ganz okay. Ich habe nur leider den Wind sowie die Höhenmeter unterschätzt und bin es dementsprechend etwas zu schnell angegangen, habe dann aber irgendwann meinen Rhythmus gefunden!“, blickt er auf das Zeitfahren zurück. Pech im Zeitfahren hatte Yannick Sinske: Seine Sattelstütze rutsche rein – und weil er nur noch im Stehen fahren konnte, gab er schließlich eine Runde vor Schluss auf.
Das Straßenrennen der Elite am Folgetag fing ruhig an, bevor die ersten Attacken gestartet wurden. Julian und Yannick Sinske waren stets in den ersten Gruppen vertreten. Als die entscheidende Gruppe mit Klöpping, Bartlau und Rodenbeck ging, konnte auch Julian mit aufspringen. „Es war allerdings sehr kraftraubend in die Gruppe hereinzukommen. So bin ich leider nach gut einer Runde bei einer erneuten Tempoverschärfung herausgeflogen.“ In der Verfolgergruppe angekommen, die mittelmäßig lief, hat Julian mit einigen anderen Fahrern immer mal wieder attackiert. Weil die Ausreißer jedoch stets wieder eingeholt worden sind, musste er sich auf den Schlusssprint verlassen. Aus der Verfolgergruppe wurde er Zweiter – sein zweiter siebter Rang binnen zwei Tagen. „Eigentlich hatte ich mindestens eine Top-Five-Platzierung im Visier“, erklärt Julian, der aber mit „der Summe beider Ergebnisse“ dennoch ganz zufrieden ist.
Obwohl Yannick und Marius dem hohen Renntempo Tribut zollen und aussteigen mussten, war ihr Teamgeist noch lange nicht gebrochen: „Sie haben mir zum Glück noch eine Pulle angereicht“, sagt Julian, der sich für seinen siebten Rang auch bei seinen Teamkollegen bedankt: „Das was echt wichtig bei der Distanz und den Temperaturen.“
Stunde der Tuspo-Neulinge schlägt! [09.05.2011]
Vorn mit dabei: Tuspo-Neuling Andre Hildmann (8. von links). Foto: Swen Pförtner (Göttinger Tageblatt)
Yannick Sinske untermauert Aufstiegsambitionen [20.04.2011]
Seine Ambitionen zum Wiederausfstieg in die B-Klasse hat Yannick Sinske am vergangenen Wochenende in Osnabrück-Schinkel untermauert: Nach einem offensiv gefahrenen Rennen reichte es für den Tusporaner mit Rang sieben für eine Platzierung. „Ich warte mit meinen Attacken lieber, bis die Hälfte des Rennens vorbei ist“, hatte sich Yannick vor dem 80 Kilometer langen Rennen vorgenommen. Gesagt – und NICHT getan: Es war niemand geringeres als der Göttinger, der – nachdem er gut in die Pedalen gekommen war – dafür sorgte, dass sich schon nach drei Kilometern die erste Gruppe absetzte. Weil aber niemand mit vollem Elan Führungsarbeit leisten wollte, wurden die Ausreißer nach 12 Kilometern wieder gestellt. „Schade, in der Gruppe habe ich mich echt wohl gefühlt“, so Yannick, der in der Folge „gefühlte 25 Mal attackiert“ hat – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Richtig wegkommen konnte Yannick allerdings nie. Im letzten Rennviertel hat sich der Tusporaner geschont, „um alles in die letzten Runden zu setzen“. Schließlich habe er„eine Massenankunft um jeden Preis vermeiden“ wollen. Während seiner Ausruhphase setzten sich zwei Fahrer ab – nicht zuletzt, weil das Feld bummelte. Drei Runden vor Schluss (9,3 km vor dem Ziel) setzte Yannick schließlich seine entscheidende Attacke. Zuerst noch alleine unterwegs, schlossen zwei Runden vor Schluss sechs weitere Fahrer zu ihm auf, mit denen er bis zum Schluss weiterfuhr. In einem an Dramatik kaum zu überbietenden Finale wurden auch die zwei Ausreißer 300 Meter vor dem Ziel geschluckt.
Das Fazit von Yannick ist zwar selbstkritisch, aber äußerst positiv: „Die Tatsache, dass ich nicht mehr so gut sprinten konnte, hat ihren Ursprung sicherlich in den etlichen Attacken. Unterm Strich bin ich aber durchaus zufrieden, zumal ich mich noch nie so früh in der Saison platziert habe.“
Nils Schachtebeck Zweiter beim Bundessichtungsrennen! [11.04.2011]
Es hätte kaum besser laufen können für Nils Schachtebeck beim Bundessichtungsrennen in Cadolzburg: Der U17-Tusporaner schaffte es auf anspruchsvoller Strecke, die schon seit 30 Jahren gefahren wird (vier Runden a 16 Kilometer bei insgesamt 750 Höhenmetern) auf Rang zwei und ließ damit mehr als 165 Fahrer hinter sich. War Nils in den ersten drei Runden noch als etwa 40. über den Berg gefahren, so gab er in der abschließenden Runde Vollgas: Wohlwissend, dass er unter den ersten 15 in die letzte Kurve gehen müsse, um sich platzieren zu können, setzte der Tuspo-Youngster sechs Kilometer vor dem Ziel gemeinsam mit zwei weiteren Fahrern die entscheidende Attacke. Dass der Ausreißversuch von Erfolg gekrönt war, ist insofern beeindruckend, als dass es zuvor niemand geschafft hatte, sich entscheidend abzusetzen.
Nach wechselnder Führungsarbeit des Spitzentrios kam Nils drei Sekunden hinter dem Sieger als Zweiter ins Ziel. Trotz des anspruchsvollen Kurses, auf dem etliche Fahrer stürzten, konnte die Führungsgruppe auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 39 Stundenkilometern zurückblicken.
Im übrigen fliegt Nils über Ostern zum Trainingslager in die Türkei – und zwar nicht etwa mit dem Tuspo, seiner Familie oder einer Radreisegesellschaft, sondern - praktisch als "Gastfahrer" - mit der Nationalmannschaft der u17 und u19!!!
Bereits vor zwei Wochen ist Michel Schachtebeck beim Sonneberg Preis der Stadt Leipzig an den Start gegangen. Indem er sich in Runde drei Kriteriumswertung holte und anschließend noch einige weitere Zähler einstrich, konnte er sich letztlich über Rang fünf freuen.
Berichte aus dem Jahr 2010 gibt es [hier...]
