Radrennbahn - Rundherum: Hier erhalten Sie weiterführende Interviews, Informationen und Impressionen von der Radrennbahn
Traumhaft: Die Radbahn steht! Ein unfassbarer Rückblick...[07.10.2010]
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Es gibt so Momente, die müssen lange wirken, bevor sie sich wirklich begreifen lassen. Solch einen traumhaften Moment hat der Tuspo jetzt erlebt. Denn: Im SVG-Stadion am Sandweg steht seit gestern tatsächlich eine funkelnagelneue Radrennbahn! Die obige Galerie zeigt in 45 Fotos den Weg von der Sanierungsidee über den ersten Spatenstich bis zum Abschluss des Großprojekts.
Ferner ist diese Galerie ist auch eine Notanlaufstelle für diejenigen, die sich irgendwann einmal nachts dabei ertappen sollten, wie sie am liebsten ins SVG-Stadion fahren würden, um nachzuschauen, ob das alles bloß ein wunderbarer Traum ist.
Denn irgendwie ist es zu schön, um wahr zu sein.
Premiere des Bahntrainings findet großen Anklang [13.04.2011]
Radrennbahn hat ihren Winterschlaf gut überstanden [15.03.2011]
Was für ein Weihnachtsgeschenk: Derny-Truppe kommt! [27.12.2010]
Anstelle von Rennrädern beherrschen derzeit Schneepflüge und Streusalz die Landstraßen. Statt Hochprofilfelgen prügeln sich Schneeketten durch die weiße Winterpracht. Die Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung der frisch sanierten Radbahn laufen dennoch auf Hochtouren. Dabei kann das erste Highlight für die mit Spannung erwartete Bahneröffnung im Frühjahr 2011 schon jetzt verkündet werden: Die Derny-Truppe der Radrennbahn Hannover wird mit zehn ihrer Maschinen nach Göttingen reisen und für unterhaltsame Einlagerennen sorgen.
Dernys sind leichte Motorräder, die im Jahr 1938 erstmals von der Firma „Roger Derny“ konstruiert worden sind. Durch zusätzliche Kraftübertragung auf die Tretkurbel lassen sich bei sieben PS Spitzengeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometer erreichen. Optimale Bedingungen also für rasantes Windschattenfahren!
Was für ein erfreuliches Weihnachtsgeschenkt für den Tuspo. Die Dernys werden eine tolle Bereicherung für das Bahn-Eröffnungsevent sein. Der Dernytruppe von der Radbahn Hannover gilt deshalb schon jetzt unser ganz herzlicher Dank!
Zur Radbahn Hannover (mit weiteren Informationen zur Derny-Truppe) geht es [hier...]
Bilder der Derny-Truppe auf der Radrennbahn Hannover sowie bei einem Straßenrennen in Steinhagen finden sich in der folgenden Galerie (Bilder anklicken zum Vergrößern):
Radbahn: 1. & 2. Vorsitzender im „Tandem-Interview“... [07.11.2010]
Seit nunmehr einem Monat thront im SVG-Stadion die neue Radrennbahn. Die Zeit ist reif für einen kurzen Rückblick. Im Interview berichten die beiden Vorsitzenden der Radsportabteilung, Holger Buch und Peter Schneider, vom eigenen Fahrgefühl auf der Bahn. Außerdem verrät Holger, warum ihm zwischenzeitlich mal „das Herz geblutet“ hat.
Hallo! Die Bahnsanierung ist seit einem Monat abgeschlossen. Was war für euch der bisher emotionalste Augenblick des Projekts?
Holger Buch (1. Vorsitzender) : „Für mich zweifellos, als die Großmaschinen von RST angerückt sind. Aber natürlich auch, als ich den ersten Meter der neuen Asphaltdecke gesehen
habe.“
Peter Schneider (2. Vorsitzender) : „Als wir die Eigenarbeit so weit abgeschlossen hatten, dass RST anrücken konnte.“
Und, habt ihr auf dem neuen Oval schon selbst eine Runde gedreht?
H.B.: „Ja, ich bin mit Frieder schon ein bisschen gefahren.“
P.S.: „Jaklar – immer mal wieder.“
Wie viele Runden seid ihr gefahren?
H.B.: „Anderthalb Stunden in lockerem Tempo. Was fährt man da? 40-50 Kilometer…?!“
P.S.: „Ach, meistens nur 4-5 Runden...beispielsweise direkt vor der Cappuchino-Runde.“
Euer Gefühl dabei?
H.B.: „Irgendwie war ich schon von Freude erfüllt. Und, ja, auch ein wenig stolz.“
P.S.: „Geil! (lacht) Also im Ernst: Es ist klasse! Man muss aber wirklich aufpassen, dass mich sich nicht zu Tode verausgabt.“
Ab welchem Zeitpunkt wart ihr sicher, dass das Projekt von Erfolg gekrönt sein könnte?
H.B.: „Als ich mich an den Tuspo-Vorstand gewandt habe und dieser mir versicherte: Wir stehen hinter euch! Da wusste ich: Okay, das schaffen wir!“
P.S.: „Als RST mit den Bauarbeiten fertig war. Ich war von Anfang an viel skeptischer als Holger.“
Gab es im Zuge der Bahnsanierung negative Erfahrungen? Etwas, das ihr euch anders erhofft hattet?
H.B.: „Einfach schrecklich war der Moment, als auf meinem Anrufbeantworter eine Nachricht eingegangen ist, aus der hervorging, dass durch die schweren Maschinen die Rasenfläche
in Mitleidenschaft gezogen worden sei. ´Oh nein´, habe ich gedacht: ´Das darf nicht wahr sein!´ In diesem Moment hat mir das Herz geblutet.“
P.S.: „Zunächst war ich ein wenig enttäuscht über die scheinbar mangelnde Mitarbeit einiger Tusporaner. Aber ich nehme an, dass das gute Gründe hatte. Ohnehin verflog meine Enttäuschung darüber vollständig durch die heftige Mithilfe der weiteren Vereinsmitglieder.“
Die Finanzierung ist noch keineswegs abgeschlossen. Das Spendenbarometer zeigt 24.000 Euro an. Stimmt euch der Stand der Privatspenden
zufrieden?
H.B.: „Ich bin zufrieden, aber die Sache ist ausbaufähig. Ich erwarte eigentlich von jedem Tusporaner, dass er spendet – und wenn er nur einen 10-Euro-Schein in die Hand
nimmt.“
P.S.: „Ich hatte mir mehr Begeisterung außerhalb von Tuspo erwünscht. Doch ich hoffe, dass über die Weihnachtszeit noch etwas kommt.“
Und wie steht es um die Sponsorengewinnung?
H.B.: „Unser Ziel ist es, zu versuchen, die Kurven zu vermarkten. Wir müssen einfach weiter am Ball bleiben.“
P.S.: „Auch bezüglich der Sponsoren hatte ich mehr Begeisterung erwartet. Manchmal stieß ich sogar auf eine gewisse – ja, wie soll ich sagen? – eine Art Gleichgültigkeit.“
Haltet ihr es für realistisch, dass im kommenden Jahr Rennen auf der Bahn ausgetragen werden?
H.B.: „Auf alle Fälle Trainingsrennen mit Renncharakter. Zudem wird die Bahn auch für offizielle Rennen bis hin zu Landesmeisterschaften freigegeben werden.“
P.S.: „Ja, ganz sicher! Es sollen auf jeden Fall Rennen stattfinden. Im Verein sind sogar bereits erste Ideen gesponnen worden...!“
Wenn ihr das Bahnprojekt mit einem einzigen Wort beschreiben müsstet, welches Wort würdet ihr wählen?
H.B.: „Super“
P.S.: „Respekt“
Das Interview führte Timo
Julian Sinske testet die neue Radbahn - Fotostrecke online [09.10.2010]
Unser - neuer und alter - A-Fahrer Julian Sinske hat die Radbahn direkt nach der Fertigstellung auf Herz und Nieren geprüft. Von der neuen Asphaltdecke war er hellauf begeistert. Gleich 50 Runden hat er hinter sich gebracht. Die obige Fotostrecke dokumentiert seine erste Testfahrt.
Und man muss kein Prophet sein, um voraussagen zu können, dass dies nicht die letzten Bilder des nagelneuen Prachtstücks im SVG-Stadion gewesen sein werden...
Firma RST legt eine neue Asphaltdecke auf die Radbahn [05.10.2010]
Bahnprojekt: ASFM/Brocken-Challenge neuer Sponsor [30.09.2010]
Ein neuer Sponsor konnte für das Bahnprojekt gewonnen werden: Der gemeinnützige Verein „Ausdauer für Menschlichkeit e.V.“ (ASFM) wird Tuspos Vereinsprojekt unterstützen.
ASFM organisiert jährlich den Ultramarathon „Brocken-Challenge“. Im Februar, bei Schnee und Eis, nehmen wagemutigen Marathoni mehr als 80 Kilometer auf sich, um von Göttingen aus den Brocken zu erklimmen. Dabei kommen die gesamten Erlöse aus der Veranstaltung regionalen Einrichtungen und Projekten zugute.
Die Idee, das Radbahn-Projekt zu unterstützen, stammt ursprünglich von Gründungsmitglied Frank Kleinsorg. „Die Förderung des Sports liegt uns am Herzen“, erklärt der passionierte Ausdauersportler, der bei etlichen Sportevents in der Region anzutreffen ist und in diesem Jahr mit seinem Team Naturkost Elkershausen auch an der Tour de Energie teilgenommen hat. Zudem ist Kleinsorg mit seiner Bestzeit von 7:30 Stunden aktueller Rekordhalter der Brocken-Challenge.
Der Grund dafür, das Bahnprojekt zu unterstützen, habe für den ASFM nicht zuletzt auch darin gelegen, dass dank der Bahn „die Möglichkeit besteht, auch Kinder an den Radsport heranzuführen.“
Es war Kleinsorg, der bei einer Sitzung des Organisationskomitees die Idee zur Unterstützung des Tuspo-Projekts in die Runde trug. Nachdem er seinen Vorschlag geäußert hat, seien bei der folgenden Abstimmung „sofort alle Hände nach oben gegangen“, erzählt er.
Die exakte Summe der Spende durch ASFM ist bislang noch nicht geklärt. Allerdings wird es sich um einen vierstelligen Euro-Betrag handeln.
Die Leidenschaft von Frank Kleinsorg wird offenbar, als er beginnt, vom Ausdauersport zu erzählen. Er berichtet von seiner Teilnahme an der „Transalp-Tour“ in diesem Jahr, von seinem Radteam „Naturkost Elkershausen“. Und dann erzählt er gar von einem ganz alten Radtrikot, von früher, von der Radbahn - weshalb er ganz kurz ins Grübeln verfällt. „Irgendwo“, sagt er schließlich, „irgendwo hat das ganze doch auch etwas mit Tradition zu tun.“
Für die Unterstützung dankt der Tuspo Weende ganz herzlich.
„Alles verläuft plangemäß“ - Holger Buch im Interview [23.09.2010]
Er ist Radrennfahrer und zugleich Abteilungsleiter.
Ein Koordinator auf der einen Seite und eine fleißige Arbeitskraft auf der anderen. Und, am wichtigsten:
Er ist Initiator – der Initiator des Bahnprojekts.
Natürlich: Die Rede ist von Holger Buch!
In einem Interview erklärt Holger, warum er dem „Vereinsprojekt Radrennbahn“ anfangs skeptisch entgegenblickte, was er vom aktuellen Spendenstand hält und wie er die Fortschritte auf der Bahn wertet. Außerdem verrät er, was der Hamburger Fußballklub FC St. Pauli mit dieser ganzen Sache zu tun hat...
Wie wurde die Idee der Radbahnsanierung geboren?
H.B.: „Die Idee, die Bahn zu erneuern, geistert in Göttingen schon seit Ewigkeiten umher.
Vor einigen Jahren habe auch ich selbst über den Vorschlag nachgedacht - aber vorerst auf die Bremse getreten.“
Warum das?
H.B.: „Die Struktur für solch ein Großprojekt war einfach noch nicht vorhanden.“
Wann folgte dein Sinneswandel?
H.B.: „Die Initialzündung kam mit der Mission Olympic! Die Firma „Bauhof“ hat die gröbsten Löcher im Asphalt sporadisch abgedichtet - die Zuschauer waren begeistert. Und da wurde mir klar: Die Zeit ist reif!“
Auf welche Reaktionen stießt du mit deinen Sanierungsplänen?
H.B.: „Damals gab es sehr wenige Reaktionen, weil die Idee noch nicht in die Öffentlichkeit getragen wurde. Es wurden einige „Runde Tische“ organisiert, um Verhandlungen zu führen.
Doch dabei habe ich gemerkt: Falls das laufen soll, dann nur über den Tuspo.
Im Winter 2009 habe ich schließlich gesagt: Wenn wir das machen, dann wird 2010 mit den Bauarbeiten begonnen. Daraufhin haben mir einige Politiker – im übertragenen Sinne – den Vogel gezeigt. Die ganzen Verträge abzusegnen, würde viel zu lange dauern, haben sie gewarnt.
Doch meiner Ansicht nach musste es einfach schnell gehen. Auch, weil das Projekt zu lasten anderer Dinge geht. Man darf nicht vergessen, dass ich im Berufsleben stehe und im Grunde auch Radrennfahrer bin. Doch das Projekt nimmt viel Zeit in Anspruch.“
(Holger beginnt zu lachen): „Beim letzten Dienstagstraining beispielsweise, da bin ich vor Anstrengung fast gestorben.“
Hat es Momente gegeben, in denen du deine Pläne am liebsten begraben hättest?
H.B.: „Ja. Von vorneherein gab es zwei große Hürden: Zum einen die Finanzierung, zum anderen die Einigung mit der SVG. Ich musste bei der Stadt einen Pachtvertrag vorlegen. Doch kurz bevor es so weit sein sollte, ist der SVG-Vorstand zurückgetreten. Da dachte ich mir: Das war´s!
Doch glücklicherweise wollte Roland Emme-Weiß (Anm.: aktuell Zweiter Vorsitzender der SVG) wiederum mit uns verhandeln.“
Nachdem der Pachtvertrag schließlich in trockenen Tüchern lag, konnten Finanzierungspläne geschmiedet werden. Gesamtkosten in einer Höhe von 150.000 Euro müssen getragen werden. Das erarbeitete Finanzierungskonzept umfasst Bezuschussungen durch die Stadt und den Landessportbund. Ferner gibt es einen symbolischen Meterverkauf, durch den sich Spender und Sponsoren auf einer Tafel im Stadion verewigen können.
Wie zufrieden bist du mit dem Engagement der Sponsoren?
H.B.: „Man merkt, dass viele Göttinger das Projekt richtig gut finden, dass viele ein Teil davon sein wollen. Zum einen scheinen sie davon beeindruckt zu sein, dass wir nicht nur auf Fördergelder warten. Sondern auch selbst Hand anlegen. Zum anderen, dass die Beträge wirklich überschaubar sind. Es läuft also alles plangemäß.“
Und wie steht es um die privaten Spenden?
H.B.: „Dies ist bislang der einzige Punkt, von dem ich ein wenig enttäuscht bin. Ich hoffe, das kommt mit der Zeit...“
Die Durchführung des Projekts wirkt revolutionär. Noch während die Spenden gesammelt und Sponsorenverträge unterzeichnet werden, ist die Arbeit auf der Bahn schon in vollem Gange...
H.B.: „...denn es wäre utopisch gewesen, mit Spenden im Vorhinein – beispielsweise durch Topfkuchenverkauf – die nötigen finanziellen Mittel aufzubringen. So kam die Idee mit dem Privatdarlehen. (Anm.: Einige Vereinsmitglieder haben der Radsportabteilung für zwei Jahre private Geldsummen zu niedrigem Zinskonditionen zur Verfügung gestellt. So konnte mit den Bauarbeiten unmittelbar begonnen werden)
Hat dieses Konzept einen Vorreiter?
H.B.: „Die Idee habe ich mir ein wenig beim FC St. Pauli abgeguckt.“
(Anm.: Im Jahr 2003 hatte der FC St. Pauli einen Schuldenberg von knapp zwei Millionen Euro. Neben dem sportlichen Abstieg in die Regionalliga drohte aufgrund der Nichterfüllung der Lizenzauflagen der weitere Abstieg in die Oberliga Nord. Die St. Pauli-Fans initiierten die sogenannte „Retterkampagne“: Durch eine Fülle an Aufsehen erregenden Aktionen trieben die Fans Geld ein - unter anderem wurden 140.000 T-Shirts mit dem Schriftzug „Retter“ verkauft. So konnten die Schulden beglichen, die Lizenzauflagen erfüllt und der Zwangsabstieg vermieden werden. St. Pauli spielt mittlerweile in der ersten Bundesliga - am vergangenen Wochenende gab es im Derby gegen den HSV ein 1:1.)
„Durch die Retter-Aktion ist mir klar geworden, dass sich Einiges bewegen lässt, wenn viele Menschen zusammenhalten.“
Kommen wir von der Sanierungs-Finanzierung zur Sanierung selbst: Wie sieht es momentan auf der Radbahn am Sandweg aus?
H.B.: „Am Dienstag (21.09.2010) haben wir vorerst die Eigenarbeiten abgeschlossen. Mehr als zwei Wochen lang hatten wir werktags Asphaltbrocken von der Bahn gekratzt.
Somit haben wir unseren Teil vorerst geleistet. Die Firma RST wird am kommenden Freitag mit ihren Arbeiten beginnen. Der Ball ist also nun bei ihnen.“
Und was wünschst du dir für die Bahn-Zukunft?
H.B.: „Vor allem wünsche ich mir, dass sie reichlich und intensiv genutzt wird. Ich hoffe, dass wir einen zusätzlichen Schub für unseren Nachwuchs erhalten und auf sportlicher Ebene insgesamt einen weiteren Schritt nach vorne machen können.“
Das Interview führte Timo
