C-Rennen: Tough-Man & ein überraschter Sieger [05.09.2011]

In diesem Jahr leider auf nasser Fahrbahn ausgetragen: Das C-Rennen über 72 Runden. (Foto von 2010/Kati)

In seiner Biographie bezeichnet Lance Armstrong seinen ehemaligen Teamkollegen Wjatscheslaw Jekimow als „Tough Man“ – ein Spitzname, der als „harter Hund“ übersetzt werden könnte und nur so strotzt vor Respekt und Hochachtung. Der Tuspo darf sich glücklich schätzen, ebenfalls einen „Tough Man“ in seinen Reihen zu haben: Er ist (noch...) C-Fahrer und hört auf den Namen Marius Apenberg. Marius kam beim gestrigen Altstadtrennen viermal zu Fall, doch er kämpfte sich jedes mal auf sein Rad zurück und schaffte es als Zwölfter ins Ziel. „Naja, immerhin habe ich dadurch immer eine Runde Pause gehabt“, flachste Marius – um danach hinterher zu schießen: „Warum werden die Kriteriumspunkte eigentlich nicht nach der Anzahl der Stürze vergeben?“

 

Marius war nicht der einzige Fahrer, der beim C-Rennen dadurch für Aufsehen sorgte, dass er Glück im Unglück hatte. Leider. Das Sehenswert-Kriterium über 72 Runden hatte schon seine ganz eigene Dramaturgie: Meik Hann vom VCE Duderstadt hatte das Rennen von Beginn an unter Kontrolle. Mit dem Ziel einer Platzierung nach Göttingen gereist, holte er sich nach und nach jede Wertung und schien wie der sichere Sieger. Doch dann, ganz plötzlich, setzte sich eine Spitzengruppe um Tuspo-Fahrer Björn Hansmann ab, der mit neun Kriteriumspunkten ebenfalls gut im Rennen lag. „Da konnte ich nicht mitgehen. Ich hatte Knieschmerzen“, erklärte Meik Hann, dessen Bein mit Kinesio-Tape geschmückt war. „Ich bin froh, dass ich danach überhaupt noch einen vernünftigen Tritt gefunden habe“, sagte er.

 

Was folgte, war Spannung pur: Während die Rundenanzeige in den einstelligen Bereich überwechselte, wurde der Rückstand der Hann-Gruppe auf die Ausreißer immer größer. Stark im Feld bewegten sich auch Georg Reiter, Markus Gauer und der Lange, Jan Menkens – allesamt leisteten auch im Wind gute Arbeit. Ein ebenso skurriles wie erfreuliches Szenario schien sich anzubahnen: Björn würde das „Hauptfeld“ überrunden und sich mit den meisten Punkten Sieg und Aufstieg zugleich sichern.

 

Doch das, was sich alle Tusporaner am Streckenrand herbeisehnten, sollte ein Traum bleiben: Zwar hatte das Spitzensextett alsbald Sichtkontakt zum Hauptfeld und schaffte es bis auf 200, dann auf 100 (manche redeten sogar von 30) Metern heran, doch dann passierte es: In der regennassen Kurve, die auf die Zielgerade führte, kam Björn zu Fall und musste seine Träume vom Heimsieg begraben.

 

Im Ziel, das nur wenige Fahrer erreichten, durfte letztlich Meik Hann jubeln. „Ich bin selbst überrascht“, verdeutlichte der 21-Jährige, den im vergangenen Jahr ein gebrochenen Bein außer Gefecht gesetzt hatte. Respekt zollte er dem Tuspo-Team: „Die Göttinger sind sehr geschickt gefahren“, sagte er.

 

Erfreulich bleibt aus Tuspo-Sicht nicht nur diese Anerkennung, sondern auch, dass sich mit Jan, Markus und Georg drei Tusporaner sehr gut platziert haben. Zudem kann sich Tuspo glücklich schätzen, dass weder Björn noch Marius etwas Schlimmeres zugestoßen ist. Für Tuspos Tough-Man ist ferner auch die Tatsache erfreulich, dass der wieder einmal exzellent aufgelegte Rennmoderator Henning Tonn ihn positiv hervorhob: „Dieser Marius Apenberg, der sitzt hervorragend auf dem Rad“, sparte er nicht an Lob.

Trotz vier Stürzen und aufgeschürftem Schienbein elegant auf dem Rad sitzen, sich nichts anmerken lassen und als großer Stilist seine Runden drehen – vielleicht ist es auch das, was einen „Tough Man“ wirklich ausmacht.

 

 

Zum Bericht über das A/B/C-Rennen, den großen Preis der Hütt-Brauerei, geht es [hier...]