Frieder Sechster beim Hauptrennen - Resümee [05.09.2011]
Am Ende waren sie einfach zu stark. Ihre Überlegenheit war augenscheinlich. Sie waren zu stark und vor allem waren sie auch noch verdammt viele. Zu viele. Tuspo konnte beim Hauptwettkampf des Göttinger Altstadtrennens einen Sieg durch das Regio-Team Bad Hersfeld wiederum nicht verhindern. „Mir war relativ schnell klar, dass sie gewinnen würden. Die sind mit solch einer Dominanz aufgetreten“, erklärte Tuspos Abteilungsleiter Holger Buch. Die Dominanz trug am Sonntag beim Großen Preis der Hütt-Brauerei über 72 Runden vor allem einen Namen: Roman Kutschnik! Der 26-Jährige, der am Vortag bereits einen Sieg in Hannover-Döhren eingefahren hatte, landete bei den ersten fünf Wertungen ganz vorn und stellte so bereits früh die Weichen zum Sieg.
„Wir haben uns in einer unterlegenen Ausgangsposition befunden. Das Regio-Team hat sich voll und ganz auf Tuspo konzentriert“, kommentierte Tuspos Topfahrer Frieder Uflacker. Trotz permanenter Manndeckung schaffte es Frieder mit fünf Kriteriumspunkten auf Rang sechs. Dass das Tuspo-Ziel, einen Fahrer auf das Podium zu bringen, verfehlt wurde, sieht er keineswegs als Scheitern an: „Wir haben einiges probiert. Man möchte natürlich gern an vorherige Leistungen anknüpfen, aber das funktioniert eben nicht immer nach Drehbuch“, erklärte er.
Für Dynamik sorgten nicht nur die Wertungssprints, nicht nur der latente Zweikampf zwischen dem fünfköpfigen Tuspo-Team und dem Regio-Team, sondern auch ein Sturz. Scheinbar ohne Grund fuhr ein Regio-Fahrer auf der Berliner Straße in ein Begrenzungsgitter und sorgte für einen Unfall, bei dem Julian über das Gitter sprang und Yannick und Timo glücklicherweise noch rechtzeitig ausweichen konnten. Während Julian gleich mit zwei Plattfüßen zu kämpfen hatte, aber ins Rennen zurückkehren konnte, musste Yannick, der im Rennverlauf hervorragend Attacken gekontert hatte, die Segel streichen. Eine schleifende Hinterradbremse machte eine Weiterfahrt unmöglich.
ganz unabhängig von der Tatsache, dass niemand einem Rennfahrerkollegen einen solchen Unfall wünscht – den Worten von Frieder, der von einer „etwa zu aggressiven Fahrweise“ sprach, schließen sich mit Sicherheit viele Rennteilnehmer an.
Während in der Folge taktiert, das Tempo verschleppt, und der Beifall der rund 400 Zuschauer genossen wurde, setzte sich Marvin Kyling vom Team Norddeutschland vom Hauptfeld ab. Er wurde dank seines beherzten An- und Auftritts Dritter, vor ihm landete Jürgen Rodenbeck vom RSC Wunstorf.
„Das hat funktioniert, weil niemand im Tuspo-Trikot dabei war“, kommentierte Uflacker, der sich in der Schlussrunde mit einem Antritt nochmals kurzzeitig absetzen konnte, aber letztlich mit Rang sechs zufrieden sein musste. Julian Sinske schaffte es auf Rang elf.
Der Podiumsplatz, der den Tusporanern beim Großen Preis der Hütt-Brauerei verwehrt blieb, den erreichten sie dafür in den Kinder- und Jugendrennen: Nils Schachtebeck schaffte es im Rennen der U17 auf den zweiten Platz, Finnlay Hartz wurde Dritter im Hobbyrennen der U14, Matilda Grote Vierte im Rennen der U11 und damit zweitbestes Mädchen
Ohnehin entwickelten sich die Rennen der Jüngsten zu einem Highlight. Beim GoeSF-Nachwuchscup gingen allein in den Aktersklassen der Sechs- bis Elfjährigen 50 Kiddies an den Start.
Während bei den Kindern deutlich mehr Teilnehmer an den Start gingen als im Vorjahr, waren die Eliteklassen etwas magerer besetzt. Dennoch behalten sowohl Holger als auch Frieder das diesjährige Altstadtrennen in mehr als guter Erinnerung. Die Frage danach, was sie persönlich am meisten erfreut hat, beantworten sie jedoch in unterschiedlicher Weise: Während Holger vor allem das Kinderrennen heraushebt („Das gab ganz viel positives Feedback“), schenkte Frieder der gesamten Tuspo-Gemeinschaft Anerkennung: „Am meisten habe ich mich darüber gefreut, dass andere, auch Neumitglieder, sich in die Organisation einbringen und sich verlässlich um ihren Aufgabenbereich kümmern.“ Denn das sei, betont Frieder, und die Worte, sie klingen so machtvoll, als seien sie eine Versicherung für eine rosige Tuspo-Zukunft, „Identifikation nicht nur mit dem Radsport, sondern auch mit dem Verein!“
Zum Bericht über das C-Rennen, das Sehenswert-Kriterium, geht es [hier...]
